Nomasis-Gründer und CEO Philipp Klomp (Bild: zVg)

Philipp Klomp gründete in Langnauu am Albis vor genau zwanzig Jahren das Unternehmen Nomasis, um Mobile Security auf Laptops und den damals gängigen PDAs zu etablieren. Mit dem Aufkommen des iPhones nahm Nomasis dann eine Schlüsselrolle bei der sicheren Einbindung mobiler Geräte in Unternehmen ein und erweiterte das Geschäftsmodell vom reinen Projektgeschäft in Richtung Managed Services.

Interview: Karlheinz Pichler

Neben der konsequenten Spezialisierung hat Nomasis seine Dienstleistungen folglich kontinuierlich erweitert. Heute bietet das Unternehmen Nonstop-Mobilität und Cyber Security für die unterschiedlichsten Plattformen samt Managed Services und spezialisierter Beratung an, und zwar rund um die Uhr in drei Sprachen schweizweit, aus dem Hauptsitz in Langnau am Albis und dem Office in Fribourg.

Im nachfolgenden Interview blickt Nomasis-CEO Philip Klomp auf zwanzig Jahre Firmengeschichte zurück und erläutert die aktuell grössten Herausforderungen im Bereich der mobilen Sicherheit.

ICTkommunikation: Was hat sich in Bezug auf die Sicherheitsproblematik bei mobilen Geräten in den letzten zwanzig Jahren grundsätzlich verändert?

Philip Klomp: Vor zwanzig Jahren waren mobile Geräte wie PDAs und Laptops die Hauptziele, heute sind Smartphones und Tablets zentrale mobile Endgeräte. Die Angriffsflächen haben sich stark erweitert, neben klassischen Bedrohungen kommen heute hochentwickelte Malware, Phishing, unsichere Netzwerke und Apps mit schadhaften Hintergründen hinzu. Früher lag der Fokus oft auf Grundschutz, heute geht es um intelligente Echtzeit-Erkennung und Abwehr von komplexen, adaptiven Angriffen, die oft KI-basiert sind. Zudem hat sich die Nutzung der Geräte stark in Richtung flexibles, ortsunabhängiges Arbeiten geändert, was neue Sicherheitsanforderungen mit sich bringt wie Mobile Threat Defense, Zero-Trust-Modelle und integrierte Endpunktschutz-Plattformen. Ebenso sind Datenschutzanforderungen viel strenger geworden.

ICTkommunikation: Warum hat Nomasis das Geschäftsmodell vom reinen Projektgeschäft hin zu Managed Services verlagert?

Philip Klomp: Der Übergang zu Managed Services ist ein strategischer Schritt, um nachhaltige Partnerschaften und kontinuierliche Sicherheitsbetreuung für Kunden sicherzustellen. Projekte sind oft einmalige Einsätze mit begrenzter Dauer, während Managed Services eine proaktive und dauerhafte Absicherung der mobilen Infrastruktur ermöglichen. Gerade bei mobiler Sicherheit sind laufende Überwachung, schnelle Reaktion auf Bedrohungen durch unser Mobile SOC und kontinuierliches Management entscheidend für nachhaltigen Schutz. Ausserdem erlaubt das Managed-Services-Modell eine bessere Skalierbarkeit und hilft, den steigenden Komplexitätsgrad der mobilen Sicherheit abzufedern.

ICTkommunikation: Was bieten Sie heute unter "Managed Services" generell an?

Philip Klomp: Das Managed Services Angebot umfasst den kompletten Betrieb und die Sicherheit der mobilen Geräteflotte inklusive Beschaffung, Betrieb, Monitoring, Mobile Threat Defense, Echtzeit-Bedrohungserkennung und -abwehr, Anwender-Support sowie Beratung zur optimalen Integration in die IT-Sicherheitsstrategie. Insbesondere bieten wir mit unserem Mobile Security Operations Center eine Rund-um-die-Uhr-Überwachung und schnelle Interventionsmassnahmen. Auch die Unterstützung beim sicheren Umgang mit mobilen Betriebssystemen wie iOS, Android und Windows ist Teil des Portfolios.

ICTkommunikation: Wie kann Nomasis als kleiner, auf mobile Security spezialisierter Anbieter gegen grosse internationale Hersteller bestehen?

Philip Klomp: Der Fokus auf Mobile Security ermöglicht eine tiefere, spezialisierte Expertise und individuell zugeschnittene Lösungen für den Schweizer Markt. Man sieht sich als innovativen und vertrauenswürdigen Partner für moderne Arbeitswelten, die echte Cybersecurity und flexible Mobilität verbinden wollen. Die lokale Nähe und der persönliche Support mit schnellen Reaktionszeiten sind Vorteile gegenüber globalen Anbietern. Zusätzlich kann Nomasis durch spezialisierte Managed Services und ein Mobile SOC auch hochkomplexe Bedrohungen effizient abwehren, die generische Lösungen womöglich übersehen. So hebt man sich durch Qualität und Kundennähe ab.

ICTkommunikation: Wie begegnet Nomasis konkret dem aktuellen Trend der KI-gestützten Cyberangriffe im Bereich Mobile Security?

Philip Klomp: Wir setzen auch Lösungen mit KI und maschinellem Lernen ein, um Bedrohungen in Echtzeit zu erkennen und zu verhindern. KI ermöglicht eine schnelle Analyse grosser Datenmengen, Verhaltensanalysen und die Erkennung von Anomalien, die auf Angriffe deuten. So kann die Erkennung von schädlichen Apps, Phishing und Angriffsmustern automatisiert und proaktiv erfolgen. Gleichzeitig bleibt das Team bei Nomasis per Manpower involviert, um komplexe Fälle zu bewerten und die Präzision der KI kontinuierlich zu verbessern. Diese Kombination aus Technologie und menschlicher Expertise ist zentral im Kampf gegen die immer raffinierteren KI-basierten Angriffe.

ICTkommunikation: Wo sehen Sie aktuell und mittelfristig die grössten Herausforderungen für Nomasis?

Philip Klomp: Die grössten Herausforderungen liegen in der stetigen Weiterentwicklung der Bedrohungslage mit immer ausgeklügelteren Angriffsszenarien, insbesondere im Bereich mobiler Endgeräte, die ständig neue Sicherheitslücken aufweisen. Die rasch fortschreitende KI-Nutzung durch Angreifer erfordert eine ebenso schnelle und intelligente Abwehr. Zudem ist der Fachkräftemangel im Bereich mobiler Sicherheit eine Herausforderung, die es zu meistern gilt, um weiterhin kompetente Beratung und schnellen Support zu bieten. Weiterhin ist die Balance zwischen hoher Sicherheit und Anwenderfreundlichkeit sowie Datenschutz und Compliance ein zentrales Thema im mobilen Umfeld.

ZUR PERSON:
Philipp Klomp kann auf eine breite und langjährige Berufserfahrung im Bereich IT-Security und Unternehmensmobilität verweisen. Nach Stationen als Security Consultant bei mehreren namhaften IT-Firmen widmete er sich seit 2004 als Gründer und CEO von Nomasis voll und ganz dem Aufbau und der Weiterentwicklung seines eigenen Unternehmens. Sein praktischer Hintergrund reicht vom Engineering bis zur Beratung und Projektleitung, inklusive tiefgreifendem technischen Know-how und Expertise in den Bereichen Cyber Security, Mobile Device Management und digitale Arbeitsplatzlösungen. Klomp absolvierte das Studium als Elektroingenieur (FH) mit Schwerpunkt auf Computer-Netzwerke und IT an der Hochschule für Technik Rapperswil (HSR). Später folgte eine Weiterbildung in Betriebswirtschaft, Prozessmanagement und Unternehmensführung an der Kalaidos Fachhochschule und der PHW Zürich.

Nomasis-Gründer und CEO Philipp Klomp bei der Jubiläumsfeier (Bild: zVg)
Nomasis-Gründer und CEO Philipp Klomp bei der Jubiläumsfeier (Bild: zVg)
Kabarettist Peter Pfandler und CEO Philipp Klomp bei der Jubiläumsfeier (Bild: zVg)
Kabarettist Peter Pfandler und CEO Philipp Klomp bei der Jubiläumsfeier (Bild: zVg)
Gute Stimmung bei der Nomasis-Jubiläumsfeier am Zürichsee (Bild: zVg)
Gute Stimmung bei der Nomasis-Jubiläumsfeier am Zürichsee (Bild: zVg)
Impression von der Nomasis-Jubiläumsfeier am Zürichsee (Bild: zVg)
Impression von der Nomasis-Jubiläumsfeier am Zürichsee (Bild: zVg)