Frau und Mobiltelefon: Ersatz für Bankkonto zahlt sich aus (Foto: Franz P. Sauerteig, pixabay.com)

Mobile Geldtransfers können Menschen ohne Bankkonto helfen, am Wirtschaftsleben teilzunehmen, doch letztlich entscheiden Vertrauen und Fairness über den Erfolg. Das zeigt eine neue Studie der University of East London. Weltweit sind mehr als zwei Milliarden Konten für mobile Geldtransfers registriert, über die jährlich fast 1,7 Billionen Dollar abgewickelt werden - ein Beleg für die Bedeutung des Trends hin zu telefonbasierten Finanzdienstleistungen.

Die Experten der University of East London haben entsprechende Daten aus mehr als einem Jahrzehnt analysiert und 65 Studien zum Thema untersucht, die zwischen 2014 und 2026 veröffentlicht wurden. Ergebnis: Mobiles Geld kann es Menschen erleichtern, Geld zu senden und zu empfangen, zu sparen, Notfälle zu bewältigen und kleine Unternehmen zu unterstützen.

Mobile Money ist ein digitaler Finanzdienst, der es Nutzern ermöglicht, über ihr Mobiltelefon Geld zu senden, zu empfangen und zu bezahlen. Es erfordert kein traditionelles Bankkonto und ist besonders in Regionen mit lückenhafter Bankeninfrastruktur attraktiv, weil sich so der Zugang zu Finanzdienstleistungen erweitern lässt. Den Experten nach senkt es die Kosten für Geldüberweisungen, hilft Familien, Schocks abzufedern, unterstützt Frauen und Nutzer in ländlichen Gebieten und verbessert den Cashflow für Kleinst-, kleine und mittlere Unternehmen.

Die Auswirkungen und das Potenzial von Mobile Money sind beträchtlich. So habe M-Pesa, ein von der kenianischen Mobilfunkfirma Safaricom in Kooperation mit dem Kommunikationsunternehmen Vodafone Mobile-Money-System, dazu beigetragen, rund 194.000 meist weiblich dominierte Haushalte aus der Armut zu befreien.

Mobile Money sei allerdings kein Wundermittel. Seine Vorteile hängen von mehr ab als nur dem Besitz eines Telefons, heisst es. Die Menschen müssten dem System vertrauen können, und die Plattformen müssten sicher sein. Gleichzeitig dürften Steuern und Regulierung nicht zu belastend ausfallen. In Uganda beispielsweise hat die Einführung von Transaktionssteuern auf mobiles Geld dazu geführt, dass die Nutzung unter einkommensschwachen Nutzern um rund 50 Prozent zurückging.

"Die wichtigste Erkenntnis aus unserer Untersuchung ist, dass mobiles Geld am besten funktioniert, wenn Menschen, Anbieter und Regulierungsbehörden gemeinsam auf das Ziel hinarbeiten, die Nutzer zu stärken. Wenn eine Seite versagt, kann das Versprechen der finanziellen Inklusion zu Ausgrenzung oder Risiko werden", unterstreicht Forscher Kirk Chang abschliessend.