"Minecraft" spielen regt die Kreativität an

Pixelwelt: Austoben macht kreativ (Foto: mowenmedia, pixabay.com)
Pixelwelt: Austoben macht kreativ (Foto: mowenmedia, pixabay.com)

Die richtigen Videospiele machen kreativer. Das zeigt eine aktuelle Studie der Iowa State University. Diese hat insbesondere ergeben, dass völlig freies "Minecraft"-Spielen besonders gut für die Kreativität scheint - und eben die Freiheit dabei ganz entscheidend ist. Denn wer in den Experimenten "Minecraft" brav nach Anleitung spielte, war danach laut Studie sogar weniger kreativ als jemand, der einfach nur vor der Glotze hing.

Für die experimentelle Studie haben Psychologie-Professor Douglas Gentile und sein Team die Probanden erst 40 Minuten "Minecraft" spielen, ein Rennspiel daddeln oder Fernsehen gelassen. Danach bekamen die Teilnehmer Kreativaufgaben gestellt - beispielsweise, eine Kreatur zu zeichnen, die aus einer Welt stammen könnte, die völlig anders ist als unsere Erde. "Es ist nicht einfach 'Minecraft' spielen, das helfen kann, Kreativität zu fördern. Es scheint auch wichtig zu sein, sich dafür zu entscheiden", meint nun Gentile.

Die "Minecraft"-Spieler waren beim Experiment nämlich in zwei Gruppen unterteilt. Jene, die sich einfach frei durch die grobpixelige Welt bewegen durften, waren bei den folgenden Aufgaben am kreativsten. Doch jene Probanden, die vor der "Minecraft"-Sitzung spezielle Anweisungen bekommen haben, waren letztlich sogar die Unkreativsten der vier Gruppen. Möglicherweise sei diese Gruppe durch die Anweisung, kreativ zu sein, im Spiel gehemmt gewesen und habe daher weniger profitiert, mutmasst Erstautor Jorge Blanco-Herrera. "Es könnte aber auch sein, dass sie ihre 'kreative Energie' beim Spiel komplett verbraucht haben und beim Test nichts mehr übrig war."

Die Studie legt also nahe, dass falsch genutzte Games der Kreativität auch im Wege stehen stehen können. Allerdings sehen die Forscher insgesamt viel kreativitätsförderndes Potenzial. Denn zahlreiche Videospiele ermutigen Gamer letztlich zu Kreativität, sei es etwa in der Gestaltung des eignen Charakters in Rollenspielen oder bei der Entwicklung erfolgversprechender Strategien. So könnten dem Team zufolge auch First-Person-Shooter die Kreativität beflügeln - immerhin denken Spieler darüber nach, mit welchen Tricks sie sich einen Vorteil verschaffen können.
http://iastate.edu