Der DAX-Konzern Infineon Technologies trennt sich von einem Teil seines Halbleitergeschäfts. Für 1,12 Milliarden US-Dollar (rund 970 Millionen Euro) veräussert das Unternehmen aus Neubiberg bei München seine Aktivitäten im Bereich der spezialisierten NOR-Flash- und F-RAM-Speicher an die taiwanische Winbond Electronics Corporation.
Die betroffenen Produkte werden vor allem in der Automobilbranche, der Industrie und der Infrastruktur eingesetzt. Bei der Sparte handelt es sich im Wesentlichen um ein Erbe des US-Herstellers Cypress Semiconductor, den Infineon im Jahr 2020 übernommen hatte. Im Zuge des Verkaufs sollen rund 350 Mitarbeiter in zehn Ländern zu Winbond wechseln, vorwiegend an US-Standorten wie San José. In Deutschland sind kaum Arbeitsplätze betroffen.
Laut Peter Schiefer, dem Chef der Automotive-Sparte von Infineon, dient der Schritt dazu, das eigene Portfolio und die Kapitalallokation noch gezielter auf die zentralen Wachstumstreiber des Konzerns auszurichten. Ganz verabschiedet sich Infineon jedoch nicht von Speichern: Spezialisierte Lösungen wie SRAM, Hyperram oder strahlungsgehärtete Produkte für die Luft- und Raumfahrt verbleiben im Unternehmen.
Vorbehaltlich der behördlichen Genehmigungen wird der finale Abschluss der Transaktion für die zweite Hälfte des Jahres 2027 erwartet. An der Börse kamen die Nachrichten gut an: Die Infineon-Aktie legte nach der Bekanntgabe leicht zu.
