Der US-Software-Gigant Microsoft zieht bei seinem Onlinetelefonie-Dienst Skype, der zuletzt viele Nutzer verloren hat, den Stecker. "Ab Mai 2025 wird Skype nicht mehr verfügbar sein", gab Skype über den Mikrobloggingdienst X bekannt und wies die Anwenderschaft an, sich zur Nutzung der Dienste kostenlos bei der Microsoft-Anwendung Teams anzumelden, um mit all Chats und Kontakten in Verbindung zu bleiben.
Gemäss Mitteilung würde die Skype-Gruppenchats Während des Übergangs zu Teams weiter intakt bleiben, zudem könnten Kontakte bei Skype innerhalb eines Zeitfensters von 60 Tagen auch mit über Teams versendeten Nachrichten kontaktiert werden. "Wir haben viel von Skype gelernt, (...) während wir Teams über die vergangenen sieben bis acht Jahre weiterentwickelt haben", betonte Jeff Teper, Präsident von Microsoft 365, gegenüber dem Sender CNBC. "Aber wir hatten das Gefühl, dass es nun an der Zeit ist (...) und wir schneller mehr Innovationen liefern können, indem wir uns auf Teams konzentrieren."
Zur Erinnerung: Skype wurde 2003 von dem schwedischen Unternehmer Niklas Zennström und dem dänischen Unternehmer Janus Friis in Luxemburg gegründet. Der Dienst ermöglichte erstmals einem Massenpublikum kostenlose Sprach- und Videoanrufe über das Internet. Es war besonders für internationale Kommunikation beliebt, da es hohe Telefonkosten umging. Im Jahre 2011 krallte sich Microsoft den Dienst für 8,5 Milliarden US-Dollar und integrierte ihn in sein Ökosystem, beispielsweise in das Windows-Betriebssystem und die Bürosoftware Office. Trotz dieser Integration gelang es Microsoft nicht, Skype dauerhaft als führenden Kommunikationsdienst etablieren.
Zu seinen besten Zeiten hatte Skype mehrere Hundert Millionen Nutzer pro Monat weltweit. Zuletzt lag die Zahl nach Angaben des Statistikdienstes Similar Web allerdings nur noch bei rund 30 Millionen Usern pro Monat.
Integriert in Teams jedoch werden die Telefonatdienste von Skype nicht mehr verfügbar sein, so dass keine normalen Telefon- oder Handynummern mehr angerufen oder internationale Telefonate geführt werden können. Gegenüber dem Technikportal "The Verge" bekundete der Redmonder Konzern, dass diese Dienste heute nicht mehr so relevant seien, da mobile Daten für das Handy weniger kosteten als früher.
