Mehr Flexibilität beim Betrieb von Multi-Cloud-Umgebungen gefordert

Symbolbild: Pixabay/Geralt/CCO
Symbolbild: Pixabay/Geralt/CCO

Unternehmen mit hybriden Kombinationen aus herkömmlicher und Multi-Cloud-IT wägen deren Vorteile wie Cloud Agilität und Risiken wie Anbieterbindung genau ab. Wobei Flexibilität bei der Beschaffung für 80 Prozent der Betriebe das wichtigste Vorgehen ist, um die Bindung an den Anbieter zu vermeiden. Dies geht unter anderem aus einer Studie hervor, die PAC (Pierre Audoin Consultants) im Auftrag von Fujitsu durchgeführt hat.

Die Untersuchung, für die 401 IT-Entscheider in acht Ländern befragt wurden, unterstreicht demnach die wachsende Nachfrage nach Flexibilität, Orchestrierungsfähigkeiten und konsolidiertem Management für hybride IT- und Multi-Cloud-Landschaften. Diese kommt gemäss Studie dadurch zustande, dass Unternehmen ein sorgfältiges Gleichgewicht zwischen der Agilität von Cloud Computing und dem Risiko von Komplexität und Anbieterbindung wahren.

Gemäss der Studie, die den Titel "Where is Hybrid Heading? Views on exploiting multi-modal IT" trägt, helfe die Flexibilität bei der Beschaffung dabei, die Abhängigkeit von einem Anbieter durch diversifizierte Lieferketten zu vermeiden. Rund 80 Prozent der Befragten stufen Beschaffungsflexibilität demnach als „geschäftskritisch“ oder von „hoher Bedeutung“ ein. Das mache sie zum wichtigsten Faktor beim Einsatz von hybrider IT. In einem Markt, in dem mehr als die Hälfte (55 Prozent) aller Unternehmen mit hybrider IT bereits überwiegend Cloud-basiert seien, sei auch die Flexibilität beim Einkauf entscheidend, wie 86 Prozent angeben.

Drei Viertel der Unternehmen sehen es als „geschäftskritisch“ oder „sehr wichtig“ an, dass ihre IT in der Lage ist, schnell auf Ereignisse zu reagieren. 79 Prozent der Befragten der Studie sehen Agilität als einen Vorteil beim Einsatz von hybrider IT und verdeutlichen so, dass es sich bei dem Ruf nach mehr Agilität um deutlich mehr als nur einen Hype handelt. Es sei eher als Reaktion auf den Wettbewerbsdruck zu verstehen, durch den IT-Systeme digitale Transformationsprogramme nicht zurückhalten dürfen.

63 Prozent der befragten Nutzer von hybrider IT sehen ein schnelleres Bereitstellen und zuverlässigere Geschäftsergebnisse als die überzeugendsten Gründe für eine Partnerschaft mit einem Service Provider für Cloud und herkömmliche IT. Die Ergebnisse zeigen auch, dass Integration und Orchestrierung die grössten Hindernisse für Unternehmen sind, die hybride IT-Umgebungen aufbauen, verbinden und optimieren wollen, wobei knapp die Hälfte (48 Prozent) aller Befragten angibt, dass es sich um eine grosse Herausforderung handelt und nur jeder Zehnte (10 Prozent) keine Probleme mit der Integration und Orchestrierung hat.

Während andere Studien eine deutliche Tendenz für Unternehmen erkennen lassen, sich in Richtung Multi-Cloud-Einsatz zu bewegen, macht die Studie von PAC die Abneigung vieler Unternehmen gegenüber dem Management mehrerer ähnlicher Clouds deutlich. Rund 90 Prozent der Befragten im Transport- sowie im öffentlichen Sektor bevorzugen demnach ein konsolidiertes Management von einem einzigen Anbieter für jede Art von Cloud. Insgesamt planen zwischen zwei Drittel und drei Viertel der Befragten in allen vertikalen Branchen, für jede Art von Cloud einen einzigen Lieferanten mit einem Gesamtdurchschnitt von 76 Prozent zu benennen.

Zur Studie:
PAC befragte im August und September 2018 insgesamt 401 Geschäfts- und IT-Entscheidungsträger von Unternehmen, die bereits hybride IT einsetzen. Die Teilnehmer arbeiten in mittelgrossen und grösseren Unternehmen (nur Unternehmen mit mindestens 500 Mitarbeitern wurden für die Studie berücksichtigt) und kamen hauptsächlich aus den Branchen Finanzdienstleistungen, Einzelhandel, Fertigung, Verkehrswesen und Öffentlicher Sektor. Die Befragten kamen zu gleichen Teilen aus Belgien, Finnland, Frankreich, Deutschland, Indien, den Niederlanden, Schweden und dem Vereinigten Königreich.