SAP-Hauptsitz in Walldorf (Bild: SAP)

Ein Firmenkonsortium rund um SAP, Siemens und Deutsche Telkom prüft Medienberichten zufolge eine gemeinsame Bewerbung für den Bau eines KI-Rechenzentrums in Deutschland. Auch Ionos und die Schwarz-Gruppe, zu der Lidl und Kaufland gehören, seien mit an Bord, heisst es. Die sogenannte "AI Gigafactory" wäre eine von fünf, die in der EU entstehen sollen. Die beteiligten Akteure wollten sich in dieser Woche zusammensetzen, um final zu klären, mit welchem Konzept Deutschland ins Rennen gehe, so die Berichte mit Berufung auf Insiderkreise. Offen sei noch, wo die Rechenkapazitäten entstehen sollen.

Bei der Finanzierung jedenfalls wolle der Staat helfen, der Betrieb soll privat organisiert werden.

Der bei SAP für das Cloud-Geschäft zuständige Vorstand Thomas Saueressig sagte im Rahmen einer Veranstaltung des Düsseldorfer Handelsblattes, ein derartiges Projekt gehe nur in Partnerschaft. Welches Modell das richtige sei, werde gerade diskutiert. Die Deutsche Telekom sei bereit, bei der Initiative eine führende Rolle zu übernehmen und in souveräne Infrastrukturen zu investieren, bekundete Christine Knackfuss-Nicolic, Technikchefin der Telekom-Tochter T-Systems. "Wir laden Partner aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft ein, sich uns anzuschliessen."

Ein Ionos-Sprecher wiederum sagte, sein Unternehmen spreche gemeinsam mit mehreren weiteren Firmen und auch mit der Bundesregierung über die Rahmenbedingungen für eine deutsche KI-Gigafactory. Ionos begrüsse die Initiative der Europäischen Kommission als wichtigen Schritt für mehr digitale Souveränität und habe Interesse, sich daran zu beteiligen. Die EU-Kommission gehe von einem Investitionsvolumen von drei bis fünf Milliarden Euro je Rechenzentrum aus.