Vorstellungsgespräch: KI ist kein Ersatz für Menschen (Foto: Erwin Bosman, pixabay.com)

Unternehmen arbeiten dank KI-Tools Bewerberlisten zwar effizienter ab und verkürzen Einstellungsprozesse, doch die grössten Talente können sie sich auf diese Weise nicht sichern. Die ergattern Unternehmen, die auf die klassische Weise mit intensiven persönlichen Kontakten einstellen. Eine übermässige Abhängigkeit von automatisierten Systemen macht Firmen für talentierte Bewerber somit weniger attraktiv, sagen Forscher der Royal Docks School of Business and Law.

Die Analyse von 79 bereits vorhandenen Studien zeigt: KI ist bei Routine-Aufgaben wie der Sichtung von Lebensläufen, der Zuordnung von Bewerbern zu offenen Stellen und der Organisation von Vorstellungsgesprächen äußerst effektiv. Allerdings neigen Bewerber eher dazu, dieser Vorauswahl zu vertrauen, wenn Unternehmen offen darüber kommunizieren, wie sie KI zu diesem Zweck einsetzen und wenn Menschen weiterhin in die Entscheidungen eingebunden bleiben, heisst es.

"Die Unternehmen, die den Wettbewerb um Talente gewinnen, werden nicht diejenigen sein, die am meisten KI einsetzen. Es werden vielmehr diejenigen sein, die die Geschwindigkeit der KI mit menschlichem Urteilsvermögen, Transparenz und Empathie verbinden. Bei der Personalbeschaffung geht es letztendlich um Menschen, und Technologie funktioniert am besten, wenn sie Menschen hilft, bessere Entscheidungen zu treffen - nicht, wenn sie sie ersetzt", warnt Forscher Kirk Chang.

Die Personalauswahl ist laut Changs Kollegen Toyin Ajibade Adisa oft die erste echte Erfahrung eines Bewerbers mit einem Unternehmen. "Wenn sich diese Erfahrung unpersönlich oder unfair anfühlt, riskieren Firmen, talentierte Menschen zu verlieren, noch bevor sie überhaupt ein Gespräch geführt haben. KI sollte dazu beitragen, bessere Einstellungsentscheidungen zu treffen, und nicht zu einer Barriere zwischen Arbeitgebern und den Menschen werden, die sie einstellen müssen, um wettbewerbsfähig zu bleiben", so der Experte der Royal Docks School of Business and Law.

Die Wirtschaftswissenschaftler kommen zu dem Schluss, dass Arbeitgeber Transparenz darüber schaffen sollten, wie sie KI einsetzen, diese Systeme regelmässig auf Voreingenommenheit überprüfen und sicherstellen, dass Menschen weiterhin über Einstellungen entscheiden.