Forscher der südkoreanischen Pohang University of Science and Technology (Postech) haben ein neues Halsband auf KI-Basis entwickelt, das die Bewegungen der Haut von Hals und Nacken registriert - denn diese sind typisch für die Worte, die ausgesprochen, aber direkt nicht gehört werden können. Die KI interpretiert diese und das Ergebnis kann drahtlos an einen Empfänger übertragen werden. So wird Kommunikation in lautem Umfeld möglich.
Das Gerät lässt sich auch direkt in einen am Körper getragenen Lautsprecher einspeisen, sodass Menschen, die wegen einer Stimmbanderkrankung nur noch flüstern können, klar und deutlich vernehmbar sind. Und das System basiert auf der Tatsache, dass Sprache nicht nur Geräusche erzeugt.
Jedes Mal, wenn ein Wort gesprochen wird, bewegen sich Nackenmuskeln und Haut auf subtile, aber vollständig vorhersehbare Weise. Die meisten früheren Versuche, dieses Signal zu erfassen, stützten sich auf Elektromyografie, die die elektrische Aktivität in Muskeln misst, oder Elektroenzephalografie, die Gehirnströme ausliest. Für beide Verfahren sind sperrige Geräte und unbequeme Klebeelektroden nötig und sie funktionieren nur in Laboren.
Das Postech-Team hat das Halsband aus weichem Silikon mit Minikameras, Bewegungssensoren und einem KI-Auswertmodul ausgestattet, das es mit der Stimme des Users trainierte. Die Sensoren erfassen, wie stark sich die Haut beim Sprechen verformt und in welche Richtung sie sich bewegt.
Dieser Unterschied liefert ein weitaus detaillierteres Bild davon, was Mund und Rachen gerade tun. Direkt auf den Silikonkragen gedruckte Referenzmarkierungen ermöglichen es den Kameras, diese Verformungen in Echtzeit zu messen, betonen die Wissenschaftler.
Derzeit ist das Gerät noch sehr eingeschränkt nutzbar. Gerade einmal 26 Wörter kann es sicher erkennen. Beim freien Sprechen sinkt die Trefferquote auf rund 40 Prozent. Das wollen die Forscher entscheidend verbessern.
