Logobild: Micron

Aufgrund des Booms bei Künstlicher Intelligenz (KI) buchstabiert der US-amerikanische Speicherchiphersteller Micron mit Sitz in Boise im Bundesstaat Idaho seine Umsatz- und Gewinnprognose für das laufende Quartal kräftig nach oben. Micron verweist dabei vor allem auf die hohe Nachfrage nach seinen HBM-Chips (High-Bandwidth Memory), die in KI-Hardware zum Einsatz gelangen.

Konkret rechnet Micron mit Erlösen in Höhe von 18,7 Milliarden Dollar plus/minus 400 Millionen Dollar. Analysten hatten LSEG-Daten zufolge im Schnitt 14,2 Milliarden Dollar auf der Rechnung. Zudem kalkuliert der Speicherchiphersteller mit einem bereinigten Gewinn von 8,42 Dollar je Aktie, plus/minus 20 Cent. Analysten hatten LSEG-Daten zufolge 4,78 Dollar je Aktie auf der Liste.

Micron will sich eigenen Angaben zufolge künftig auf margenstarke Hochleistungsspeicher für KI konzentrieren. Daher ziehe sich das Unternehmen aus dem Endverbrauchergeschäft mit Speicherchips für PCs oder Smartphones zurück. Wobei diese Entscheidung des US-Konzerns in eine Zeit wachsender Angebotsengpässe bei Speicherchips fällt, sowohl für KI-Server als auch für klassische Rechner sowie Mobiltelefone. Der Bauboom bei KI-Rechenzentren treibt die Nachfrage nach Halbleitern in die Höhe. Japanische Elektronikhändler begrenzen aus diesem Grund den Verkauf von Festplatten je Kunde. Smartphone-Hersteller warnen vor Preiserhöhungen.

Zu den weltweit grössten Speicherchip-Anbietern gehören neben Micron die beiden südkoreanischen Konzerne Samsung und SK Hynix. Alle drei Unternehmen wollen ihre Produktion ausbauen. Bei den beiden Letzteren ist jedoch unklar, wie sich die zusätzlichen Kapazitäten auf die für KI benötigten sogenannten HBM- und klassischen Speicherchips verteilen. Dem Micron-Rivalen SK Hynix zufolge wird der Markt für HBM-Chips bis 2030 jährlich um 30 Prozent wachsen.