Logobild: Snowflake

Der US-amerikanische Cloud-Datenspezialist Snowflake hat die Erwartungen der Wall Street im zweiten Quartal des laufenden Geschäftsjahres deutlich übertroffen. Dank einer massiven Nachfrage nach KI-Anwendungen verzeichnet das Unternehmen ein beschleunigtes Umsatzwachstum und blickt spürbar optimistischer auf das Gesamtjahr. Investoren reagierten begeistert.

Konkret meldete das Unternehmen, das Software zur Datenspeicherung, -analyse und zur Entwicklung massgeschneiderter KI-Modelle anbietet, ein Umsatzplus von 35 Prozent auf insgesamt 1,55 Milliarden US-Dollar. Analysten hatten im Vorfeld im Schnitt mit lediglich 1,48 Milliarden US-Dollar gerechnet.

Besonders im Fokus der Investoren stand der strategisch wichtige Produktumsatz, der direkt an die tatsächliche Nutzung der Plattform gekoppelt ist. Dieser kletterte sogar um 37 Prozent auf 1,49 Milliarden US-Dollar – das dritte Quartal mit beschleunigtem Wachstum in Folge. Als wesentlicher Wachstumstreiber erwiesen sich die firmeneigenen KI-Werkzeuge: So konnte die KI-gestützte Programmierhilfe "Coco" die Zahl ihrer Nutzerkonten im Dreimonatszeitraum um mehr als 2.000 auf insgesamt über 9.100 Konten ausweiten.

Auch auf der Ergebnisseite schnitt Snowflake deutlich besser ab als prognostiziert. Der bereinigte Gewinn je Aktie (Non-GAAP EPS) belief sich auf 0,62 US-Dollar, womit der Konsens der Wall Street (0,45 US-Dollar) pulverisiert wurde. Zwar verbleibt das Unternehmen unter dem Strich nach strengen GAAP-Richtlinien mit 191,7 Millionen US-Dollar in den roten Zahlen, der Nettoverlust konnte im Vergleich zum Vorjahresquartal (298,0 Millionen US-Dollar) jedoch erheblich eingegrenzt werden.

CEO Sridhar Ramaswamy betonte im Rahmen der Analystenkonferenz, dass sich die Ära der "Agentic Enterprise" – also von KI-Agenten gesteuerter Unternehmen – rasant entwickle und Snowflake sich im Zentrum dieser Bewegung etabliert habe. Das Management untermauerte dieses Vertrauen mit einer deutlichen Prognoseerhöhung. Für das gesamte Geschäftsjahr 2027 rechnet Snowflake nun mit einem Produktumsatz von 6,07 Milliarden US-Dollar (zuvor: 5,84 Milliarden US-Dollar). Das entspricht einer annualisierten Wachstumsrate von 36 Prozent. Parallel dazu hob CFO Brian Robins das Ziel für die bereinigte operative Marge von 13,5 auf 14,5 Prozent an.

An der New Yorker Börse lösten die Zahlen ein regelrechtes Kursfeuerwerk aus. Nachdem das Papier im regulären Handel noch leicht im Minus geschlossen hatte, schoss die Aktie im nachbörslichen Handel zeitweise um mehr als 22 Prozent nach oben auf rund 376 US-Dollar. Damit liess Snowflake das bisherige 52-Wochen-Hoch von knapp 342 US-Dollar eindrucksvoll hinter sich und untermauerte seinen Status als einer der grossen Profiteure des anhaltenden Infrastruktur-Booms rund um künstliche Intelligenz.