Der Supercomputer Jupiter Booster des Forschungszentrums Jülich kann sich im aktuellen Top500-Ranking auf den vierten Platz setzen. Das zusammen mit EuroHPC betriebene System erreicht eine Leistung von 793,4 Petaflops. Leistungsstärker sind lediglich die drei US-amerikanischen Exascale-Systeme El Capitan, Frontier und Aurora, die entsprechend ihre Spitzenplätze aus der letzten Veröffentlichung vor einem halben Jahr verteidigen konnten. Die Liste wurde heute, Dienstag, auf der International Supercomputing Conference (ISC) in Hamburg vorgestellt. Die Top500 geht auf die Mannheimer Supercomputer-Statistik zurück und wird inzwischen zweimal jährlich zusammengestellt.
Angetrieben wird der Jupiter Booster vom GH200-Superchip von Nvidia, der 72 ARM-Rechenkerne mit einer H100-GPU verbindet. Im Endausbau sollen 24'000 solcher Prozessoren zur Anwendung kommen. Die Grace Hopper (GH) Superchips sind für hochparallele Anwendungen optimiert, etwa für das KI-Training oder numerisch anspruchsvolle Simulationen. Damit können zum Beispiel grösste KI-Modelle, sogenannte Large Language Models (LLM) trainiert werden. Bei voller Auslastung benötigt Jupiter dafür weniger als eine Woche. Als Betriebssystem kommt Redhat Enterprise Linux zum Einsatz. Derzeit ist das System noch nicht vollständig ausgebaut – Ziel ist eine Leistung im Bereich von einem Exaflop.
Prof. Thomas Lippert, Direktor des Jülich Supercomputing Centre, betont: "Jupiter ist der Höhepunkt einer über zehn Jahre laufenden Entwicklungsarbeit des JSC mit europäischen und internationalen Partnern. Jupiter wird das weltweit modernste und vielseitigste Exascale-System für hochpräzise Simulationen und das Training grösster KI-Modelle sein."
Die Spitzenposition im Ranking bekleidet, wie schon im November 2024, das von HPE Cray gebaute System El Capitan. Es setzt auf AMD Epyc-Prozessoren der vierten Generation mit jeweils 24 Kernen – und insgesamt mehr als 11 Millionen Kernen, die für eine Gesamtleistung von 1,7 Exaflops sorgen.
Mit rund 1,3 Exaflops sicherte sich Frontier, ein weiteres HPE-Cray-System, den dritten Platz. Es nutzt ebenfalls Epyc-Prozessoren und Instinct-Beschleuniger von AMD und schafft 1,35 Exaflops. Auf Platz drei landete das Intel-basierte System Aurora mit 1,01 Exaflops. Auch dieses System wurde von HPE Cray gebaut.
Auf den weiteren Plätzen folgen der Microsoft-Azure-Supercomputer Eagle (Intel-basiert) sowie der vom Energiekonzern Eni betriebene HPC6, dessen Hardware von HPE Cray und AMD stammt. Die Plätze 8 bis 10 gehen ebenfalls an europäische Systeme: Alps des Swiss National Supercomputing Centre, Lumi in Finnland und Leonardo in Italien.
Mit Jedi (Jupiter Exascale Development Instrument) stellt das Forschungszentrum Jülich darüber hinaus erneut den Spizenreiter im Green500-Ranking. Mit einer Rechenleistung von 72,73 Gigaflops pro Watt ist Jedi der energieeffizienteste Supercomputer weltweit. Zum Vergleich, El Capitan als schnellster Supercomputer bringt es auf 58,89 Gigaflops pro Watt, was im Green500-Ranking Platz 26 bedeutet.
