Die iPhone-Erfinderin Apple ist von der italienischen Kartellbehörde (AGCM) zu einer Busszahlung in Höhe von 98,6 Mio. Euro verdonnert worden, weil der US-Konzern seine marktbeherrschende Stellung im Bereich der App-Verteilung auf iOS-Geräten missbraucht habe. Einer Mitteilung der Behörde zufolge wurde die Strafe aufgrund von Verstössen gegen Artikel 102 des Vertrags über die Arbeitsweise der Europäischen Union (AEUV) verhängt.
Durch seine App Tracking Transparency (ATT)-Richtlinie habe Apple die Wettbewerbsbedingungen im Markt für die Verteilung von Apps auf iOS-Geräten eingeschränkt, wird darin betont. Konkret betreffe die Regelung die Datenschutzanforderungen, die Apple Drittentwicklern von Apps auferlegt habe. Mit der ATT-Richtlinie müssen Entwickler die Zustimmung der Nutzer einholen, bevor sie deren Aktivitäten ausserhalb der App verfolgen können. Diese Massnahme wurde jedoch von der Antitrust-Kommission als wettbewerbsbeschränkend angesehen, da sie Apple in eine bevorzugte Marktposition versetze und andere Entwickler benachteilige.
Die Entscheidung der Kartellbehörde könnte auch Auswirkungen auf zukünftige Regulierungen für grosse Technologieunternehmen haben, besonders in Hinblick auf den Datenschutz und den fairen Wettbewerb. Es bleibt abzuwarten, ob Apple gegen die Entscheidung Berufung einlegt oder ob ähnliche Massnahmen auch in anderen Ländern oder Märkten getroffen werden.
