Intel-Chef Lip-Bu Tan plant aufgrund der neuerlichen Milliardenverluste des von ihm geführten einst grössten Prozessoren-Herstellers mit Zentrale im kalifornischen Santa Clara eine neuerliche Rosskur. So soll die für Magedburg geplante Chip-Fabrik definitiv nicht gebaut werden. Ausserdem will er rund ein Viertel der insgesamt 100'000 Beschäftigen Intels auf die Strasse stellen.
Einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters zufolge sei der Grossteil der Kündigungen bereits Anfang Juli ausgesprochen worden. Die übrigen Jobs würden durch natürliche Fluktuation und "andere Massnahmen" abgebaut, heisst es.
Aufgrund der hohen Kosten für den Konzernumbau machte Intel gemäss den Angaben im zweiten Quartal des laufenden Fiskaljahres einen überraschend hohen Verlust von 0,67 Dollar je Aktie. Die Talfahrt der Umsätze fand allerdings ein Ende und stabilisierte sich bei 12,9 Milliarden Dollar. Für das laufende Quartal prognostiziert der kriselnde Konzern einen Verlust von 0,24 Dollar je Aktie und Erlöse zwischen 12,6 und 13,6 Milliarden Dollar.
Der 1959 in Malaysien geborene Lip-Bu Tan leitet Intel erst seit März dieses Jahres. Sein Vorgänger Pat Gelsinger trat im Dezember 2024 zurück, nachdem Intel den grössten Quartalsverlust seiner Geschichte verzeichnet hatte. In der Übergangsphase fungierten David Zinsner und Michelle Johnston Holthaus interimsmässig als Co-CEOs. Tan will den schlingernden Konzern durch drastische Massnahmen und neue strategische Ausrichtungen wieder auf Kurs bringen.
