Der Schweizer Cloud-Anbieter Infomaniak mit Hauptsitz in Genf und weiteren Standorten in Zürich und Winterthur kündigt die Weiterentwicklung seiner vollständig in der Schweiz konzipierten, betriebenen und kontrollierten souveränen Public Cloud an. Neu hinzu kommen gemäss Mitteilung Managed Services (Kubernetes und Datenbanken), GPU-Instanzen sowie integrierte KI-Services.
Bis vor Kurzem basierte die Public Cloud von Infomaniak hauptsächlich auf Openstack-Infrastrukturkomponenten wie Compute-Instanzen, Storage und Netzwerk. In den letzten eineinhalb Jahren hat das Genfer Unternehmen eigene Software-Layer entwickelt, um Managed Services anzubieten, die mit denen grosser Public-Cloud-Anbieter vergleichbar seien. Zu diesen Services gehören den Infos zufolge unter anderem:
-- Kubernetes as a Service (KaaS) zur Orchestrierung containerisierter Anwendungen ohne Verwaltung der zugrunde liegenden Infrastruktur;
-- Database as a Service (DBaaS) für resiliente Datenbanken mit automatischen Backups und Wartung;
-- GPU-Instanzen für KI und High-Performance-Computing;
-- Managed DNS.
Die Services sind über API, Terraform und direkt über die Infomaniak-Oberfläche verfügbar und lassen sich nahtlos in bestehendemoderne Cloud-Umgebungen integrieren, verspricht Infomaniak.
Der Managed-Kubernetes-Service von Infomaniak soll Devops-Teams und Entwicklern ermöglichen, containerisierte Anwendungen bereitzustellen und zu betreiben, ohne sich um die Wartung der Plattform kümmern zu müssen. Eine kostenlose, geteilte Variante stehe für Tests und kleine Projekte zur Verfügung. Darüber hinaus gebe es dedizierte Angebote mit SLA, einschliesslich mehrerer Control-Plane-Instanzen. Die Anwendungsressourcen bleiben demnach vollständig unter der Kontrolle der Kunden über die Worker-Nodes der Public Cloud und könnten dank horizontalem Autoscaling automatisch an die Auslastung angepasst werden.
Mit Database as a Service vereinfache Infomaniak zudem den Betrieb von Datenbanken in seiner Cloud grundlegend, heisst es weiters. Der Service stelle sofort einsatzbereite Cluster bereit, ohne dass Unternehmen Installation, Replikation, Backups oder Updates selbst verwalten müssten. Kunden können laut den Infos zwischen einer Einzelinstanz ohne SLA oder Clustern mit zwei oder drei Knoten und unterschiedlichen SLA-Stufen wählen.
Die Public Cloud der Genfer biete ausserdem GPU-Instanzen mit direktem Zugriff (Pass-through), die sich für rechenintensive Workloads wie künstliche Intelligenz, wissenschaftliche Berechnungen, Datenanalyse oder Rendering eignen sollen. Zu den aktuell verfügbaren Modellen gehören demnach Nvidia L4, T4 und A2 sowie A100 und L40S, die häufig für den Betrieb von KI-Modellen eingesetzt werden. Diese GPU-Ressourcen sollen sich Infomaniak zufolge nativ in Kubernetes-Umgebungen und Public-Cloud-Instanzen integrieren lassen und ermöglichten den Aufbau kompletter KI-Pipelines in einer souveränen Umgebung.
Zusätzlich bietet Infomaniak auch KI-Services auf Abruf über eine OpenAI-kompatible API an. Unternehmen könnten damit Open-Source-KI-Modelle nutzen, die in der Schweiz gehostet und ausgeführt werden, heisst es. Die Anwendungsfälle reichen den Infos nach von Dokumentenanalyse und -zusammenfassung über Audiotranskription und Informationsextraktion bis hin zur Integration von KI-Funktionen in Business-Anwendungen. Die Services lassen sich mit GPU-Ressourcen und Kubernetes-Clustern kombinieren, um massgeschneiderte KI-Lösungen zu entwickeln - ohne Daten ausserhalb Europas zu übertragen.
Von dieser Ankündigung abgesehen, hat der Schweizer Cloud-Anbieter zudem die Infomaniak Academy gestartet - ein Zertifizierungsprogramm für Entwickler, Integratoren und Partner. Zum Start bietet die Akademie strukturierte Lernpfade rund um die Public Cloud und kSuite Pro, welche sämtliche Produktivitätsanwendungen des Unternehmens vereinen soll, um ein entsprechendes Kompetenzniveau und Best Practices sicherzustellen.
