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Die deutsche Chip-Entwicklerin Infineon mit Sitz in Neubiberg hat sich trotz der Corona-Krise und der Schwäche der Automärkte im abgelaufenen Quartal wirtschaftlich besser geschlagen als von den Analysten erwartet. Ausserdem gibt sich das Management bei seinem Ausblick nun etwas optimistischer.

Konkret kletterte der Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um acht Prozent auf nunmehr 2,17 Milliarden Euro. Hingegen ging jedoch das operative Ergebnis (Segmentergebnis) um fast ein Drittel auf 220 Millionen Euro zurück, wie der Dax-Konzern in Neubiberg bei München bekannt gegeben hat. Damit übertraf Infineon bei beiden Werten klar die durchschnittlichen Schätzungen von Analysten. Unter dem Strich stand dennoch ein Fehlbetrag von 128 Millionen Euro zu Buche nach einem Gewinn von 224 Millionen Euro ein Jahr zuvor. Am Kapitalmarkt kamen die Nachrichten gut an. Die Infineon-Aktie legte am Morgen zeitweise um fast sechs Prozent zu.

Für das laufende Geschäftsjahr 2019/2020 (Ende September) rechnet das Infineon-Management nun mit einem Umsatz von rund 8,5 Milliarden Euro sowie einer operativen Marge (Segmentergebnis-Marge) von etwa 13 Prozent. Bislang hatten die Neubiberger für das kombinierte Unternehmen einschliesslich des US-Halbleiterspezialisten Cypress Semiconductor mit Erlösen von rund 8,4 Milliarden Euro und einer operativen Marge von zirka 12 Prozent kalkuliert.

Für das bereits laufende vierte Quartal geht Infineon von einem Umsatz zwischen 2,3 und 2,6 Milliarden Euro aus. Zu dem erwarteten Anstieg im Vergleich zum Vorquartal trage die erstmalige Einbeziehung von Cypress für ein komplettes Quartal bei, hiess es. Wenn man die Mitte der Umsatzspanne zugrundelegt, soll die Segmentergebnis-Marge etwa 14 Prozent erreichen.

Der US-Konzern Cypress Semiconductor geht seit Vollzug der Übernahme am 16. April voll in die Infineon-Geschäftszahlen ein. Die Geschäftsbereiche der Kalifornier wurden auf verschiedene Segmente Infineons aufgeteilt. Infineon hatte den 9 Milliarden Euro schweren Kauf im Frühjahr nach einer monatelangen Hängepartie abgeschlossen. Es war die grösste Übernahme der Deutschen bislang.



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