Symbolbild: Pixabay/ Pexels

Gemäss einer neuen Studie verwenden in Deutschland bereits 77 Prozent der MINT-Fachkräfte (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) bei der Arbeit KI-Tools wie zum Beispiel ChatGPT, Google Gemini oder Perplexity, ohne dass sie dafür bei der IT-Abteilung oder der Geschäftsleitung eine Erlaubnis eingeholt hätten. Die Zahl kam bei einer repräsentativen Umfrage unter MINT-Fachkräften durch das Meinungsforschungsinstitut Yougov heraus, das von der britischen Personalbereitung Sthree in Auftrag gegeben wurde.

Die Fachkräft versprechen sich von der Verwendung nicht genehmigter KI der Studie zufolge vor allem Effizienz. Ein Drittel (34 Prozent) nutzt demnach nicht autorisierte KI, um Arbeit zu beschleunigen. Drei Viertel sehen generelle Produktivitätsvorteile. Ein Antrieb sei weiters aber auch die technische Neugier der Befragten. 29 Prozent sagen, dass man dadurch Dinge lernen könne, die der Arbeitgeber oder das Team nicht anbiete.

Experten orten in der Nutzung von nicht autorisierter Künstlicher Intelligenz in einer "Schatten-IT" allerdings erhebliche Risiken, und zwar sowohl für die Arbeitnehmer selbst als auch für die Unternehmen und Organisationen für die sie tätig sind. Dazu gehören rechtliche Konsequenzen, weil man dadurch gegen Bestimmungen wie die Europäische Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) oder Geheimhaltungsverträge verstossen kann.

Im konkreten Anwendungsfall könnten Mitarbeiter sensible Daten wie Kundendaten oder interne Dokumente unbemerkt in KI-Tools hochladen. Weiterhin besteht die Gefahr, dass die KI-Anbieter wie OpenAI oder Google die Daten speichern und für Trainingszwecke verwenden. Dabei drohen hohe Bussgelder bei Verstössen gegen die Datenschutz-Grundverordnung, insbesondere wenn keine Auftragsverarbeitungsverträge existieren.

Der Einsatz von nicht genehmigten KI-Tools birgt aber auch Risiken für den internen Betriebsablauf, weil auf Basis von unzureichend getesteten KI-Tools Entscheidungen getroffen werden oder Auswertungen erfolgen.

Für die Studie wurden 5.391 MINT-Fachkräfte aus den USA und Grossbritannien sowie aus Deutschland, den Niederlanden, Japan und den Vereinigten Arabischen Emiraten befragt. Über alle sechs Länder hinweg nutzten zwei von drei Befragten (64 Prozent) KI-Tools bei der Arbeit - auch ohne Genehmigung der Vorgesetzten.



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