Immer mehr deutsche Unternehmen wenden sich von X ab (Bild: Dima Solomin auf Unsplash)

Immer mehr Organisationen und Unternehmen in Deutschland kehren X, vormals Twitter, seit dem Verkauf des Mikroblogging-Dienstes an den Milliardär Elon Musk den Rücken. Nicht nur die teils radikalen Äusserungen des Managers, sondern auch die Reduktion von Moderatoren im Kampf gegen Hassrede und Fake News sind laut einer Umfrage des Berliner Digitalverbands Bitkom die Gründe dafür.

63 Prozent der befragten 602 Unternehmen aller Branchen ab 20 Mitarbeitern halten Musk für gefährlich. 74 Prozent meinen, dass Personen mit so viel Einfluss auf soziale Medien wie Musk keine politischen Ämter übernehmen sollten. Zwei Drittel sprechen sich generell gegen politische Ämter für aktive Führungskräfte großer Unternehmen aus.

58 Prozent der Befragten, die X nutzen, veröffentlichen dort inzwischen weniger Beiträge oder haben das Posten ganz eingestellt. 32 Prozent posten im gleichen Umfang wie zuvor, drei Prozent posten mehr oder haben erst nach Musks Übernahme damit begonnen. Vier Prozent posten grundsätzlich nicht.

Insgesamt nutzen noch 27 Prozent der befragten Unternehmen X. Zum Vergleich: Im Oktober 2023 waren es noch 32 Prozent. Damals gaben noch 43 Prozent der Unternehmen an, weniger beziehungsweise keine Inhalte zu posten. Auch ihr finanzielles Engagement haben viele deutsche Unternehmen reduziert, so die Umfrage.

Demnach schalten 51 Prozent auf X inzwischen weniger oder gar keine kostenpflichtigen Anzeigen mehr (2023: 26 Prozent). Sieben Prozent werben im gleichen Umfang wie vor Musks Übernahme, 37 Prozent verzichten grundsätzlich auf Werbung auf der Plattform, heisst es.

Die komplette Löschung des eigenen Firmenprofils auf X planen nur elf Prozent in diesem beziehungsweise im nächsten Jahr vor. Weitere vier Prozent wollen ihr Profil zwar löschen, aber noch ohne konkreten Zeithorizont. 43 Prozent ziehen eine Löschung in Erwägung, planen dies aber nicht konkret. Und 39 Prozent wollen ihr Profil auf X vorerst beibehalten.