Spielball der Grossmäche: Huawei (Bild: Archiv)

Die Regierung Donald Trump hat einige der Einschränkungen für den chinesischen Netzwerkausrüster und Smartphone-Hersteller Huawei temporär gelockert. Der Konzern mit Zentrale in Shenzhen darf nun 90 Tage lang US-Produkte kaufen, um seine bestehenden Netze zu unterhalten und Software-Updates für die existierenden Smartphones bereitzustellen, lies das US-Handelsministerium verlauten.

Mit dem Schritt sollten Telekommunikationsanbieter, die Huawei-Ausrüstung nutzen, Zeit erhalten, andere Vereinbarungen zu treffen, sagte Handelsminister Wilbur Ross. "Um es kurz zu machen, diese Erlaubnis bedeutet, dass die existierenden Smartphones und ländlichen Breitbandnetze weiter funktionieren."

Es sollen also durch den Bann bedingte "unerwünschte Nebenwirkungen" vermieden werden, sagte der Anwalt und Ex-Ministeriumsmitarbeiter Kevin Wolf sinngemäss. "Damit soll wohl verhindert werden, dass Internet, Computer und Handysysteme zusammenbrechen. Das ist keine Kapitulierung, sondern es sind Aufräumarbeiten." Das Handelsministerium erklärte, es werde untersuchen, ob der Aufschub über 90 Tage hinaus verlängert werde.

Der Aufschub gilt jedoch nicht für neue Produkte: Dafür seien weiterhin Lizenzen nötig. Huawei lehnte eine Stellungnahme zu dem Aufschub ab. Huawei-Gründer Ren Zhengfei sagte in chinesischen Staatsmedien, die US-Regierung unterschätze die Fähigkeiten Huaweis: Kein Unternehmen werde in den kommenden zwei bis drei Jahren bei der 5G-Technologie zu Huawei aufschliessen.

Zur Erinnerung: Die US-Regierung hat Huawei am letzten Donnerstag im Handelskrieg mit China auf eine Schwarze Liste gesetzt. Seither brauchen amerikanische Firmen eine Erlaubnis der Regierung, wenn sie weiter an Huawei liefern wollen. Lieferanten und Kunden von Huawei kämpfen seither mit den Folgen dieser Entscheidung, die Aktien von Chip-Lieferanten gingen in die Knie. Von den 70 Milliarden Dollar, die Huawei 2018 für den Kauf von Teilen ausgegeben hat, gingen etwa elf Milliarden an US-Firmen, darunter Qualcomm, Intel oder Micron.



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