Huawei-CFO-Festnahme: Scharfe Kritik Chinas an USA

Huawei: Festnahme der Finanzchefin stösst auf harsche Kritik (Bild: Common Attributed License/ Brücke Osteuropa)
Huawei: Festnahme der Finanzchefin stösst auf harsche Kritik (Bild: Common Attributed License/ Brücke Osteuropa)

Mit scharfer Kritik an den USA reagierten die chinesischen Staatsmedien auf die Festnahme der Huawei-Finanzchefin Meng Wanzhou in Kanada auf Verlangen der USA. Es sei "zweifelsohne wahr und bewiesen", dass die USA alles versuchten, um Huaweis Expansion in der Welt einzudämmen, heisst es beispielsweise in der englischsprachigen „China Daily“.

Politisches Vertrauen sei aber dringend nötig für die Entwicklung der chinesisch-amerikanischen Beziehungen, heisst es im Bericht weiter. "Doch Washington hat geholfen, dieses politische Vertrauen zu untergraben, indem es seine Verbündeten überredet und gedrängt hat, einer Zusammenarbeit mit Huawei aus dem Weg zu gehen.“

Die einflussreiche „Global Times“ wirft den USA sogar vor, auf „einen verabscheuungswürdigen Schurkenansatz“ zurückzugreifen, da sie Huaweis 5G-Marktvorstoss nicht aufhalten könnten. Über ein juristisches Verfahren versuchten die USA, den chinesischen Netzwerkausrüster „zu unterdrücken“. Der Vorfall zeige, dass sich China in einem „komplizierten Wettbewerb“ mit den USA befinde. „Peking benötigt Entschlossenheit und Weisheit, um seine eigenen Interessen zu schützen.“

Beide Zeitungen betonten, es sei nicht klar, warum Meng festgenommen worden sei. Insidern zufolge sollen unter anderem mutmassliche Verstösse gegen Iran-Sanktionen der USA ein Grund sein. Es werde ermittelt, ob der chinesische Telekomkonzern das britische Geldhaus HSBC für illegale Transaktionen mit dem Iran genutzt habe, sagten mit der Angelegenheit vertraute Personen. Huawei und HSBC lehnten eine Stellungnahme ab.

Meng Wanzhou, die Tochter des Huawei-Gründers, war am 1. Dezember nach Aufforderung der US-Behörden im kanadischen Vancouver in Gewahrsam genommen worden. Und zwar just an demselben Tag, an dem US-Präsident Donald Trump und der chinesische Staatschef Xi Jinping beim G-20-Gipfel in Buenos Aires miteinander speisten. Zwei US-Regierungsvertretern zufolge wusste Trump nichts von den Plänen, Meng festzunehmen. Nach aussen wirkt diese Koinzidenz allerdings wie ein Spiel mit gezinkten Karten.

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