Alibaba, das grösste Technologie und E-Commerce-Unternehmen Chinas, konnte im ersten Quartal des neuen Geschäftsjahres 2027, das am 30. Juni endete, den Umsatz im Vergleich zur selben Vorjahresperiode um 9 Prozent auf rund 39,64 Milliarden US-Dollar (268,95 Milliarden RMB) steigern, womit die Erwartungen der Analysten minimal übertroffen wurden. Jedoch brach der Gewinn wegen massiver Investitionen in Künstliche Intelligenz und Cloud-Infrastruktur deutlich ein.
Die KI-Sparte zeigte dabei ein starkes Wachstum. Der Umsatz im Cloud-Bereich wuchs um rund 45 Prozent, und KI-bezogene Produkte verzeichneten das zwölfte Quartal in Folge dreistellige Zuwachsraten. Das traditionelle chinesische Handelsgeschäft stand jedoch unter Druck. Die Erlöse in diesem Segment gaben um etwa 8 Prozent nach, bedingt durch eine verhaltene Konsumnachfrage.
Die massiven Ausgaben für Rechenzentren, Chipkäufe und die Entwicklung des KI-Modells Qwen in Höhe von rund 10 Milliarden US-Dollar liessen den Gewinn spürbar unter die Analystenschätzungen sinken. Eine Firmenwert-Abschreibung von 4,46 Milliarden RMB sowie eine Rückstellung für eine EU-Strafe in Höhe von 550 Millionen Euro belasteten die Bilanz zusätzlich. Laut dem Alibaba June Quarter 2026 Financial Report erzielte der chinesische Konzern einen Nettogewinn (GAAP Net Income) von genau 10,44 Milliarden Renminbi (RMB). Dies entspricht umgerechnet rund 1,54 Milliarden US-Dollar oder etwa 1,33 Milliarden Euro. Im Vergleich zum Vorjahresquartal bedeutet dies einen massiven Gewinneinbruch von 75 Prozent. Der bereinigte Nettogewinn (Non-GAAP) lag bei 20,72 Milliarden RMB (ca. 3,05 Milliarden US-Dollar) – ein Rückgang von 38 Prozent. Hierbei werden Sonderbelastungen wie Abschreibungen herausgerechnet. Das operative Ergebnis ging um 57 Prozent auf 15,16 Milliarden RMB zurück. Bereinigtes Ebitda sank um 30 Prozent auf 27,33 Milliarden RMB.
