Häufiger Blick aufs Handy kostet Zeit und Geld

Blick aufs Handy: Kostet auf Dauer viel Geld (Foto: Karlheinz Pichler)
Blick aufs Handy: Kostet auf Dauer viel Geld (Foto: Karlheinz Pichler)

Zu oft auf das Smartphone oder in soziale Medien zu schauen, kostet jeden britischen Verbraucher 450 Pfund (etwa 480 Euro) im Jahr. Diese Aktivitäten führen nämlich dazu, dass wichtige finanzielle Entscheidungen aufgeschoben werden und sich Ausgaben so erhöhen, wie eine Umfrage der grössten Bausparkasse Grossbritanniens, der Nationwide Building Society, zeigt.

"Wir scheuen meistens vor unangenehmen Aufgaben zurück, und finanzielle Entscheidungen gehören nun einmal dazu. Um solche Tätigkeiten aufzuschieben, tun Menschen zuerst etwas weniger Belastendes, das auch sozial anerkannt ist. Smartphones und soziale Medien sind gesellschaftlich akzeptiert, weswegen wir unser Gewissen damit beruhigen können. Wir halten so den Kontakt zu Freunden und lassen andere an unserem Leben teilhaben. Darum greifen wir als Ersatz für unangenehme Aufgaben oft lieber zum Smartphone", so Stefan Caduff, Geschäftsleiter der Schweizer Medienpsychologie-Institution Sapia.

Die Umfrage wurde bei 2.000 Menschen in Grossbritannien durchgeführt. Mehr als die Hälfte (63 Prozent) der Befragten gibt zu, dass Aufgaben und Entscheidungen oft hinausgezögert werden. Die Hauptgründe für Prokrastination, also das Aufschieben von Aufgaben und Entscheidungen, sind für viele Befragte der häufige Blick auf das Smartphone (24 Prozent), Aktivität in sozialen Medien (20 Prozent) sowie das Fernsehen (22 Prozent). Die männlichen Befragten schätzen, sie würden auf diese Art durchschnittlich 571 Pfund (etwa 615 Euro) pro Jahr verlieren, Frauen schätzen den jährlichen Verlust auf 325 Pfund (ungefähr 350 Euro) ein.

Laut der Nationwide Building Society führen Ablenkungen durch Smartphones und soziale Medien oft zu verzögerten Entscheidungen bezüglich finanziellen Angelegenheiten. So verspäten sich die Befragten oft beim Kauf von Geschenken (50 Prozent), bei der Planung von Reisen (30 Prozent) und bei Investitionen oder Einzahlungen in Sparkonten (38 Prozent). Fast ein Drittel (29 Prozent) der Umfrageteilnehmer fühlen sich schuldig, wenn sie durch Ablenkungen finanzielle Verluste erleiden. Bei zu viel Prokrastination werden solche Entscheidungen erst auf den letzten Drücker getroffen, was Preise erhöhen und finanzielle Chancen verstreichen lassen kann.
http://sapia.ch