Die Alphabet-Tochterfirma Google hat eine neue Version ihres KI-Modells Gemini lanciert. Das Konkurrenzprogramm zu OpenAIs GPT-Modellen, auf denen ChatGPT aufsetzt, soll gemäss der Suchmaschinenkönigin in Version drei deutlich intelligenter und agentischer sein. Google zufolge sei es ein riesiger Schritt in Richtung künstliche allgemeine Intelligenz (Artificial General Intelligence, AGI), also hin zu einer KI, die in der Lage wäre, jede Aufgabe zu verstehen oder zu erlernen, zu der auch ein Mensch in der Lage sei.
Allerdings ist dieses Ziel in Forschungskreisen höchst umstritten, und dieser Entwicklungsstand wurde bisher trotz zahlreicher Versprechungen auch noch von niemandem erreicht.
Mit Gemini 3 soll jeder jede Idee zum Leben erwecken können. Das Modell sei besonders gut im Reasoning, also im Nachdenkprozess, sowie im Vibe Coding – so nennt sich Programmieren, wenn die Anweisungen in natürlicher Sprache von KI ausgeführt werden. Ausserdem soll Gemini 3 den Kontext und die Absicht einer Anfrage besser verstehen.
Gemini 3 soll auch Fortschritte als KI-Agent gemacht haben – eine Art Assistent, der auch komplexe Aufgaben selbstständig erledigen können soll. Als Beispiel nennt Google eine Funktion, um E-Mails im Dienst Gmail zu organisieren. Auch der KI-Modus in der Suchmaschine Google selbst basiere nun auf Gemini 3.
Grundsätzlich habe man auch grosse Fortschritte bei der "faktischen Genauigkeit" gemacht. In einer Rangliste von KI-Modellen des "SimpleQA Verified“-Vergleichtests sei man nun an erster Stelle, so Google. Halluzinationen, die zu falschen Antworten führten, sind ein Problem aller Sprachmodelle und wurden etwa zuletzt von der European Broadcasting Union (EBU) kritisiert, da KI-Chatbots dadurch oft Falschinformationen wiedergaben.
Die neue Version wird ab sofort für Verbraucher, Entwickler und Unternehmen verfügbar gemacht. Zudem bietet Google künftig mit Antigravity eine Plattform an, über die KI-Agenten erstellt und betreut werden können.
Einige Funktionen von Gemini 3 sind nur mit einem kostenpflichtigen Abo verfügbar, in der teuersten Variante kostet es 275 Euro pro Monat. Die gesamte Branche ist weiterhin auf der Suche nach einem lukrativen Geschäftsmodell für die Sprachmodelle. Die Europäische Zentralbank (EZB) warnte diese Woche vor starken Kursverlusten an der Börse, die seit Monaten vom KI-Hype befeuert werden.
