Kampfsport: Herz-Sensor funktioniert künftig auch während des Trainings (Foto: pixabay.com)

Ein neues Sensorsystem erfasst kontinuierlich alle für die Herzgesundheit wichtigen Daten, die Qualität des Schlafs und die körperlichen Aktivitäten - und das ohne die sonst herkömmlich verbaute Batterie, versprechen die Entwickler der National University of Singapore (NUS), der University of Arizona und der Tsinghua University. Den Strom zapfen die Experten drahtlos vom Smartphone des Nutzers ab.

Die flexiblen dünnen Sensoren werden an bestimmten Stellen auf die Haut geklebt. Sie passen sich allen Bewegungen an, sodass sie nicht lästig fallen. Ihre Energie beziehen sie aus den Funkwellen, die Smartphones um sich herum verbreiten. Diese werden von Spulen, die in die Sensoren integriert sind, aufgefangen und in Strom umgewandelt. Dieser unterstützt die sensorischen Funktionen und sendet die Daten an das Smartphone, das sie auswertet und zu Grafiken aufbereitet.

"Die kontinuierliche und präzise Überwachung physiologischer Signale über epidermale Sensoren könnten bei der Entwicklung einer personalisierten Gesundheitsversorgung von Nutzen sein. Der praktische Einsatz solcher Sensoren wird bisher jedoch durch den Bedarf an sperrigen Batterien und Einschränkungen bei der Datenübertragung behindert", verdeutlichen die NUS-Bioelektroniker Selman A. Kurt und Kevin Albert Kasper.

"Wir nutzen ein Smartphone als Hub, um mehrere vernetzte epidermale Sensoren drahtlos mit Strom zu versorgen und biologische Signale von ihnen zu erfassen. Das Netzwerk kann in der ersten Ausbaustufe den systolischen Blutdruck kontinuierlich überwachen, auch in dynamischen Umgebungen wie beispielsweise während des Trainings", unterstreichen die Forscher die Vorteile ihrer Entwicklung. Der systolische Blutdruck wird landläufig auch als "oberer Wert" genannt.

Letztendlich könnte das innovative Design des Teams dazu genutzt werden, intelligente Kleidungsstücke oder textile Hightech-Accessoires zu entwickeln, die gleichzeitig als Gesundheits- und Fitness-Tracker dienen und in der Nähe befindliche Smartphones als Stromquelle nutzen, heisst es abschliessend.