Im US-Bundesstaat Maine ist das erste geplante Verbot für den Bau grosser KI-Rechenzentren vorerst gescheitert. Gouverneurin Janet Mills legte ihr Veto gegen ein Gesetz ein, das zuvor vom Parlament des Bundesstaates verabschiedet worden war. Dieses Gesetz sah ein Moratorium (einen vorübergehenden Baustopp) für den Bau solcher Anlagen vor.
Janet Mills bezeichnete ein vorläufiges Bauverbot zwar als grundsätzlich gerechtfertigt, um Auswirkungen auf die Umwelt und die Stromkosten zu prüfen. Sie blockierte das Vorhaben jedoch mit dem Argument, dass die spezifische Ausgestaltung des Gesetzes die wirtschaftliche Entwicklung behindern könnte und weil es keine Ausnahme für den Bau eines solchen KI-Datenzentrums in der Ortschaft Jay zulasse, die unter den "verheerenden“ Folgen der Schließung einer Papierfabrik leide.
Kritiker und Anwohner führen vor allem die enormen Energiekosten, den hohen Wasserverbrauch und die Belegung von Flächen an, die für Wohnraum oder Grünanlagen fehlen. Laut Umfragen lehnen etwa 65 Prozent der US-Bürger KI-Rechenzentren in ihrer direkten Nachbarschaft ab. Das Besondere von KI-Zentren ist ja, dass diese deutlich mehr Energie als herkömmliche Rechenzentren für Cloud-Dienste oder Streaming benötigen, da sie extrem rechenintensive Prozesse bewältigen müssen.
Obwohl das landesweite Verbot in Maine gescheitert ist, gibt es in anderen Teilen der USA weiterhin erfolgreichen Widerstand auf lokaler Ebene. So konnten Bürgerinitiativen beispielsweise den Bau eines Rechenzentrums in New Jersey durch Proteste verhindern.
