Mit "Mindahead Active" kommt erstmals eine evidenzbasierte App auf den Markt, die Menschen mit ersten Gedächtnisproblemen oder beginnender Demenz im Alltag unterstützt. Entwickelt wurde sie von dem Psychiater und Neurowissenschaftler und Psychologen Patrick Fissler sowie der Digital-Health-Expertin Nina Kiwit, die gemeinsam die Mindahead UG in Berlin gründeten.
Ihr Ziel: Ein digitales Medizinprodukt, das nicht abstrakte Übungen anbietet, sondern alltagsnahe Aktivitäten fördert – und damit das Leben der Betroffenen spürbar bereichert. Belegt wurde der Nutzen der App durch eine Studie der Universitätsmedizin Göttingen.
Die neue App, die auch für ältere Menschen denkbar einfach zu bedienen sei, begleitet ihre Nutzer in über 40 Sitzungen dabei, neue Aktivitäten auszuwählen, umzusetzen und zu reflektieren. Statt kognitivem Training stehen Freude, Bewegung und soziale Kontakte im Mittelpunkt. So entdecken die Nutzer etwa neue Spazierwege, sind wieder in Vereinen und im Freundeskreis aktiv oder probieren kreative Tätigkeiten wie das Schreiben verschiedener Texte aus.
"Die App soll dazu beitragen, dass Menschen wieder mehr am Leben teilnehmen", erklärt Nina Kiwit, Mitgründerin des Startups MindAhead, im Interview mit "Alzheimer Deutschland": "Es geht um jene Dinge, die Freude machen und Bedeutung haben – und die man wirklich umsetzt." Die Teilnehmer an der Studie der Universitätsmedizin Göttingen setzten demnach im Durchschnitt innerhalb von drei Monaten 24 neue Aktivitäten um, ihre Lebensqualität verbesserte sich signifikant und auch depressive Symptome gingen spürbar zurück.
"Unsere Studie hat gezeigt, dass die App den Alltag tatsächlich bunter und lebendiger macht", erklärt Neurowissenschaftler und Psychologe Patrick Fissler, Co-Gründer der Mindahead, der an den Psychiatrischen Diensten Thurgau (Spital Thurgau) in der Schweiz forscht: "Und genau das ist nicht nur gut für die Stimmung, sondern auch fürs Gedächtnis."
Der Zugang zu allen 40 Sitzungen kostet einmalig 99 Euro – ohne Abo und ohne versteckte Kosten. Verglichen mit einer klassischen Therapiestunde ist das ausgesprochen günstig: Schon eine einzige Sitzung bei einem Therapeuten kostet oft so viel wie das gesamte Programm. "Uns war wichtig, dass die App nicht nur wirksam ist, sondern auch für viele Menschen zugänglich bleibt", sagt Nina Kiwit.
https://mindahead.de
