Einfluss der Onlinenetzwerke auf politische Wahlen: Facebook stellt Daten zur Verfügung

Facebook unterstützt Wissenschaft (Symbolbild: Pixabay)
Facebook versorgt Wissenschaft mit Daten (Symbolbild: Pixabay)

Das US-amerikanische soziale Netzwerk Facebook stellt für ein internationales Wissenschaftsprojekt zum Einfluss der Onlinenetzwerke auf politische Wahlen Daten zur Verfügung. Wie die weltgrösste Social-Media-Plattform vermeldete, wurden 60 Forscher in elf Ländern für die Studie ausgewählt. Die Untersuchung soll Facebook und anderen Unternehmen dabei helfen, ihre "Produkte und Praktiken zu verbessern".

Die partizipierenden Forscher wurden aber nicht von Facebook selbst ausgewählt, sondern von unabhängigen Experten aus dem Bereich der Sozialwissenschaft, wie die Facebook-Manager Chaya Nayak und Elliot Schrage in einem Interneteintrag erläuterten. Der Zugang der Forscher zu den Firmendaten soll in einer "sicheren Weise" organisiert werden, welche die Privatsphäre der Nutzer schütze. So sollten "persönlich identifizierbare Informationen" aus dem Datensatz entfernt werden.

Finanziert wird das Projekt teilweise von Facebook selbst. Hinzu kommen Gelder von diversen anderen Einrichtungen. Gary King und Nathaniel Persily von der Organisation Social Science One, die an der Auswahl der Forscher beteiligt war, unterstrichen die "Dringlichkeit" des Vorhabens. Sie verwiesen unter anderem auf die bevorstehenden Wahlen zum Europaparlament und den bereits anlaufenden US-Präsidentschaftswahlkampf.

Seit dem US-Wahlkampf 2016 mit seiner massiven Verbreitung von falschen und manipulativen Inhalten über die Onlinenetzwerke – ein Grossteil davon mutmaßlich durch russische Akteure – stehen diese Unternehmen unter grossem Druck, gegen solche Praktiken vorzugehen. Sie haben ihre entsprechenden Anstrengungen zwar verstärkt, nach Ansicht vieler Kritiker bisher jedoch nicht weitgehend genug. So warf etwa die EU-Kommission Ende Februar den Onlinenetzwerken mit Blick auf die Europawahlen vor, nur unzureichend gegen Falschinformationen vorzugehen. Die Kommission hatte mit Google, Facebook und Twitter im vergangenen September einen freiwilligen Verhaltenskodex gegen Falschnachrichten vereinbart.