Disruptives Ausmass von 5G wird unterschätzt

5G: Unternehmen unterschätzten disruptives Ausmass (Bild: Kaspersky)
5G: Unternehmen unterschätzten disruptives Ausmass (Bild: Kaspersky)

Viele Entscheidungsträger stehen der 5G-Technologie noch mit Zurückhaltung gegenüber und unterschätzen deren disruptives Potential, das sich aus der Netzbeschleunigung ergibt. Grund dafür sind neben technischer Skepsis vor allem hohe Vorabinvestitionen, Sicherheitsbedenken und der Mangel an Fachkräften. Dies geht aus einer globalen Accenture-Studie unter 1‘800 Geschäftsführern und IT-Entscheidern mittelständischer und grosser Unternehmen hervor. Die Studie wurde anlässlich des MWC (Mobile World Congress) in Barcelona präsentiert.

Gemäss der Untersuchung erwartet nur etwas mehr als jeder Dritte der befragten Entscheider (37 Prozent) von 5G einen „revolutionären" Wandel im Hinblick auf die Geschwindigkeit und Kapazität von Netzwerklösungen. Mehr als die Hälfte (53 Prozent) sieht aktuell nur „sehr wenige“ neue Einsatzszenarien, die 5G im Vergleich zur 4G-Technologie ermöglichen wird. Sechs von zehn der befragten Führungskräfte glauben, dass 5G bis zum Jahr 2022 fast die gesamte Bevölkerung abdecken wird.

"5G wird eine grosse Welle der Konnektivität mit sich bringen, die Möglichkeiten für Innovationen, kommerzielle und wirtschaftliche Entwicklungen eröffnet," betont dazu Thomas D. Meyer, Country Managing Director von Accenture Schweiz. "Unser Alltag wird verändert durch autonomes Fahren, Smart-City-Infrastrukturen, dreidimensionale Videos und immersives Fernsehen. Die Frage ist nicht ob sie das tun, sondern wann. Darauf müssen sich Unternehmen jetzt vorbereiten."

Mit Blick auf einen möglichen Kundennutzen sehen Unternehmensentscheider im neuen Netzwerkstandard hingegen grosses Potenzial. 70 Prozent der Befragten glauben, dass 5G-Anwendungen ihnen im Umgang mit Kunden einen Wettbewerbsvorteil verschaffen können. Jedoch trüben vermeintliche Hindernisse die Aufbruchsstimmung in Unternehmen: Geschäftsführer und IT-Entscheider befürchten bei der Einführung der 5G-Technologie vor allem hohe Vorabinvestitionen (36 Prozent) und äussern Sicherheitsbedenken (32 Prozent). Ausserdem erwarten 29 Prozent der Befragten auch weiterhin einen anhaltenden Mangel an qualifizierten Fachkräften.

Die Zusammenarbeit mit passenden Partnern sehen 72 Prozent der befragten Führungskräfte als einen wichtigen Bestandteil auf dem Weg zur erfolgreichen Implementierung der 5G-Technologie. Über die Hälfte (60 Prozent) der Führungskräfte gibt jedoch an, dass es insbesondere den Partnern aus dem Telekommunikationsbereich häufig an Wissen über die Herausforderungen und Potenziale der 5G-Technologie für die jeweilige Branche des eigenen Unternehmens fehlt. "Am Ende wird doch der unglaubliche Mehrwert dieser Technologie für Unternehmen und Menschen entscheidend sein, trotz aller Vorbehalte, die aktuell im Zusammenhang mit 5G diskutiert werden," streicht Meyer hervor und rät den Unternehmen, sich auf die Vorteile und Potenziale dieser Technologie zu fokussieren und Vorbehalte abzulegen.

Zur Studie:
Loudhouse Research führte im Auftrag von Accenture eine Online-Umfrage unter 915 IT-Entscheidern und 913 Geschäftsführern in 12 Branchen und in den folgenden Ländern durch:USA, Grossbritannien, Spanien, Deutschland, Frankreich, Italien, Japan, Singapur, Vereinigte Arabische Emirate und Australien. In Deutschland wurden 200 Entscheider aus mittelständischen und grossen Unternehmen befragt. Die Umfrage quantifiziert die Wahrnehmungen der Befragten über 5G und seine potenziellen Auswirkungen auf das eigene Geschäft bzw. die Gesellschaft. Die Befragung erfolgte zwischen Dezember 2018 und Januar 2019.