Managerin: Karrierechancen von Frauen steigen mit Digitaliserung (Bild: Gerd Altmann, pixabay.com)

Innovationen im Bereich des digitalen Arbeitsumfelds könnten laut einer neuen Studie der University of East London zu mehr leitenden Unternehmerinnen in Familienunternehmen führen. Demnach hilft flexibles digitales Arbeiten Frauen dabei, eine grössere Rolle bei strategischen Entscheidungen und in Führungspositionen zu übernehmen und gleichzeitig ihren familiären Verpflichtungen nachzukommen.

Obwohl Familienunternehmen oft als familienfreundliche Arbeitgeber gelten, gelangen Frauen nicht so leicht in Führungspositionen. In vielen Familienunternehmen wird die Besetzung von Führungspositionen laut University of East London durch informelle familiäre Entscheidungen und nicht durch formelle Einstellungsverfahren geregelt. Dabei kämen Frauen meist zu kurz.

Traditionelle Erwartungshaltungen an Geschlechterrollen sowie die Überzeugung, dass Führungskräfte stets physisch anwesend sein sollten, erschweren es Frauen mit Betreuungsaufgaben, als Nachfolgerinnen ins Rennen gehen zu können, wenn ein Patriarch ausscheiden möchte, heisst es in der wissenschaftlichen Untersuchung.

Digitale Arbeitsplatz-Tools wie Microsoft Teams, Zoom, Google Workspace und cloudbasierte Unternehmenssysteme könnten dazu beitragen, dies zu ändern, indem sie den Fokus von der physischen Anwesenheit auf messbare Leistung verlagern, so die Autoren. Diese Technologien könnten Frauen dabei helfen, sichtbarer zur Führung beizutragen und gleichzeitig Beruf und Familie in Einklang zu bringen.

Technologie allein reiche jedoch nicht aus. Familienunternehmen müssten zudem eine Kultur entwickeln, die Ergebnisse über physische Anwesenheit stellt und Frauen in Führungspositionen aktiv unterstützt. "Technologien wie Microsoft Teams und cloudbasierte Kollaborationsplattformen können talentierten Frauen neue Möglichkeiten eröffnen, Führungsqualitäten unter Beweis zu stellen", sagt Kirk Chang.

Ein dauerhafter Wandel hängt dem Experten nach auch davon ab, dass Familienunternehmen Führungskräfte anhand ihrer Leistung und nicht anhand ihrer physischen Präsenz beurteilen. Digitale Arbeitsplatz-Tools könnten dabei helfen, den Fokus von der Person, die am häufigsten im Büro zu sehen ist, auf die Person zu verlagern, die den grössten Beitrag leistet, ergänzt Changs Kollegin Ozlem Ozdemir.