Angestellter: Home-Office bringt Nutzen für alle Seiten (Foto: RobertCharlesTaylor, pixabay.com)

Würden alle Autopendler in Deutschland nur einen Tag mehr pro Woche im Home Office arbeiten, liessen sich deutschlandweit täglich rund 32 Millionen Liter Kraftstoff einsparen. Das sind laut aktuellen Berechnungen der Universität Konstanz knapp 19 Prozent des täglichen Verbrauchs.

Angesichts der Krise in Nahost mit fatalen Folgen für die Weltwirtschaft und Preiserhöhungen für Verbraucher, kommt der Vorschlag zu mehr Home Office nicht von ungefähr. Laut der Konstanzer Studie pendeln 64 Prozent der Beschäftigten, deren Arbeit grundsätzlich im Home Office möglich ist, derzeit mit dem Auto zur Arbeit.

Gleichzeitig wünschen sie sich im Schnitt fast einen Home-Office-Tag mehr pro Woche. Dieser eine zusätzliche Tag würde einen Unterschied machen, schreiben die Wissenschaftler. "Wir haben hier ein seltenes Zusammentreffen von individuellen Wünschen, gesellschaftlichem Nutzen und betriebswirtschaftlichem Interesse", sagt Studienleiter Florian Kunze.

62 Prozent der Befragten halten mehr Home-Office wegen der gestiegenen Energiepreise für sinnvoll - dennoch haben bisher nur 20 Prozent ihr Verhalten aufgrund der steigenden Kosten angepasst - dank struktureller Hürden. Gleichzeitig gibt ein Drittel der Beschäftigten an, häufig ins Büro zu kommen, ohne dass dies inhaltlich notwendig wäre.

Der Anteil der Arbeitgeber, die eine stärkere Präsenzpflicht befürwortet, fällt von 33 (2024) auf 22 Prozent, Kommunikationsbedenken halbierten sich seit 2024 von 43 auf 23 Prozent. Nur 21 Prozent berichten von verschärften Anwesenheitsregeln und die Daten bestätigen: Wer zur Präsenz verpflichtet wird, ist erschöpfter, ohne messbaren Produktivitätsgewinn, heisst es.