Cyberkriminelle setzen immer häufiger auf KI-generierte Fälschungen, um Unternehmen zu täuschen. Laut einer aktuellen Umfrage des Marktforschungsunternehmens Gartner gaben 41 Prozent der CISOs (Chief Information Security Officers) an, in den vergangenen 12 Monaten mindestens einen Social-Engineering-Vorfall erlebt zu haben, bei dem Deepfakes zum Einsatz kamen.
Die Technologie hinter manipulierten Audio- und Videoaufnahmen hat sich so rasant entwickelt, dass Angreifer herkömmliche Sicherheitsbarrieren mühelos überwinden.
"Angreifer können Phishing, Business Email Compromise, synthetische Medien und aggregierte persönliche Kontextinformationen über mehrere Kanäle hinweg kombinieren", sagt Craig Porter, Director Analyst bei Gartner. "Die meisten Angriffe werden sich weiterhin auf Benutzer, gestohlene Zugangsdaten, schwache Wiederherstellungsprozesse und bekannte technische Methoden stützen. CISOs müssen bei der Bekämpfung KI-gestützter Social-Engineering-Bedrohungen dieselbe Disziplin anwenden, die sie auch bei der Bewertung von Identitäts- und Zugriffsrisiken einsetzen."
79 Prozent der befragten CISOs gaben weites an, in den vergangenen 12 Monaten mindestens einen Vorfall im Zusammenhang mit E-Mail-Phishing, Spear-Phishing oder Business E-Mail Compromise erlebt zu haben, während 58 Prozent mindestens einen Vishing- oder Smishing-Vorfall meldeten. (Ein Smishing-Vorfall ist ein Cyberangriff, bei dem Betrüger schädliche Links oder gefälschte Informationen per SMS (Kurznachricht) versenden, um sensible Daten zu stehlen oder Schadsoftware auf Ihrem Smartphone zu installieren.)
Warum Deepfakes so gefährlich sind:
• Täuschend echte Klone: Angreifer imitieren Stimmen (Voice Cloning) oder Gesichter von Führungskräften in Echtzeit, um Überweisungen zu autorisieren oder sensible Daten abzugreifen.
• Faktor Mensch im Visier: Technische Filter greifen bei psychologischen Manipulationen (CEO-Fraud) oft zu spät. Die Täuschung zielt direkt auf das Vertrauen der Mitarbeitenden ab.
• Skalierbarkeit durch KI: Dank leicht zugänglicher KI-Tools benötigen Angreifer kaum noch technisches Vorwissen, um hochgradig personalisierte Angriffe zu starten.
So reagieren Unternehmen richtig:
• Sicherheitskonzepte anpassen: Technische Erkennungstools für Deepfakes müssen Teil der Zero-Trust-Architektur werden.
• Mitarbeiter sensibilisieren: Regelmässige Trainings sind Pflicht, um das Bewusstsein für die subtilen Warnsignale manipulierter Medien zu schärfen.
• Verifikations-Prozesse einführen: Kritische Freigaben sollten niemals über ein einzelnes Video- oder Telefontelefonat erfolgen. Ein zweiter, unabhängiger Bestätigungskanal (z. B. ein Codewort oder ein separates System) ist unerlässlich.
Die Gartner-Zahlen machen deutlich: Deepfakes sind längst kein theoretisches Zukunftsszenario mehr, sondern eine reale und akut wachsende Bedrohung für die Unternehmenssicherheit.
