Seit gestern (und noch bis 4. Juli) erkunden rund 600 internationale Summit-Teilnehmende sowie zahlreiche Besucher:innen von Davos die erste Robot City Europas. Bei bestem Bergwetter beobachten sie mehr als 50 Roboter aus Europa, China und den USA bei der Arbeit und erhalten damit einen Eindruck davon, wie unser Alltag in naher Zukunft aussehen könnte. Sie fahren in autonomen Shuttles, beobachten einen Roboter beim Feuerlöschen, sprechen mit Humanoiden über die Auswahl im Laden und interagieren mit Robotern in der Alterspflege.
Zu sehen gibt es Systeme, die industrielle Anlagen, den Berg und sogar den Mars überwachen. Der älteste ferngesteuerte Roboter Sabor aus der Schweiz hat die lebensechte Roboterfrau Moya getroffen, die erstmals China verlassen hat. "ANYmal" wiederum ist die beste Roboteranwendung der Gegenwart.
Gestern verlieh eine renommierte Fachjury den Robot City Award in den zwei Kategorien "Most Impactful Real-World Deployment" und "Robot for Society". Diese Auszeichnungen machen den Stand der Robotik greifbar. Ausgezeichnet wurde "ANYmal" von "ANYbotics" als beste Roboteranwendung für die Integration und Nutzung der Inspektionsdaten in SAP. Aus Sicht der Jury ist der Lieferroboter Flashbot Max von Pudu die Anwendung mit dem grössten gesellschaftlichen Nutzen. Und heute Abend nach dem Robot March wird der "People’s Robot"" gekürt - die Besucher der Robot City können immer noch mittels QR-Codes wählen.
Die Konferenz selber widmet sich mit 80 Expert:innen von Organisationen wie der japanischen Tohoku University, Disney Research, Nasa, Cern, ABB Robotics, Siemens, ETH und EPFL dem Stand der Technologie, der Cybersecurity und Ethik. Eine zentrale Frage dreht sich dabei um die Rolle Europas in diesem Bereich. Marco Pavone, Assistenzprofessor in Stanford und Leiter der Forschung im Bereich autonome Fahrzeuge bei Nvidia, erklärt: "KI geht heute über die digitale Welt hinaus, um die physische Welt zu verstehen, zu analysieren und in ihr zu handeln. Die Robotik wird zur prägenden Anwendung dieses Zeitalters, ermöglicht durch rasante Fortschritte in KI, Simulation und Rechenleistung. Es ist spannend, dass Davos diese neue Plattform bietet und damit den beschriebenen Wandel beschleunigt."
All diese Innovationen sind ab sofort für die interessierte Bevölkerung geöffnet. Besucher:innen können in geführten Rundgängen die Robot City erkunden, und der Family Day am Samstag soll zum Roboter-Happening zum Anfassen werden, mit Workshops für Jugendliche und Kinder. Aude Billard, Direktorin des EPFL Robotics Center, erforscht dieBereiche maschinelles Lernen und Robotik: "Die humanoide Gestalt des Roboters ist eine wichtige Grundlage für eine gute Interaktion mit dem Menschen. Aber wir müssen weiterdenken, uns vom humanoiden Formfaktor lösen und die Möglichkeiten der Technik ausschöpfen. So könnten Roboter auch am Hinterkopf Augen haben, das erweitert ihr Einsatzgebiet und bringt uns nur Vorteile."
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