Symbolbild: HP

Der Trend hin zu "Agentic AI" – also KI-Systemen, die eigenständig Aufgaben planen und ausführen können – zieht die Techwelt derzeit in Bann. Doch wo grosses Interesse herrscht, sind Betrüger nicht weit. Wie die Sicherheitsforscher von HP Inc. in ihrem neuesten "HP Threat Insights Report" aufzeigen, nutzen Angreifer das enorme Momentum rund um autonome KI-Tools für raffinierte Social-Engineering-Kampagnen.

Die Kriminellen locken Krypto-Anleger mit dem Versprechen auf automatisierte Gewinne. Sie bewerben hochentwickelte, vermeintlich KI-gestützte Trading-Tools, die den Nutzern den Handel mit Kryptowährungen abnehmen sollen. Wer sich einen solchen vermeintlichen "AI Trading Agent“ herunterlädt, holt sich jedoch gefährliche Schadsoftware direkt auf den PC.

Sobald das Programm ausgeführt wird, infiziert es den Webbrowser und liest sensible Daten aus. Das primäre Ziel der Angreifer: Die Zugangsdaten und privaten Schlüssel (Credentials) von digitalen Krypto-Wallets abzufangen, um die Konten der Opfer im nächsten Schritt vollständig leerzuräumen.

Die Sicherheitsanalysten betonen, dass Angreifer technologische Trends wie Agentic AI immer schneller adaptieren, um psychologische Trigger wie die Angst, etwas zu verpassen (Fomo), auszunutzen. Neben den Fake-KI-Tools warnt der Bericht zudem vor einer anhaltend hohen Welle von QR-Code-Phishing (Quishing) und modular aufgebauten Malware-Plattformen.

Sicherheitstipps für den Alltag:
-- Misstrauen bei Software-Versprechen: Keine Trading-Bots oder KI-Tools aus unbekannten Quellen oder über Werbelinks in sozialen Netzwerken herunterladen.
-- Browser-Sicherheit erhöhen: Sicherheitslösungen nutzen, die bösartige Skripte und Downloads bereits im Browser isolieren.
-- Wallets schützen: Für grössere Krypto-Bestände idealerweise Hardware-Wallets (Cold Storage) verwenden, die nicht dauerhaft mit dem Internet oder dem Browser verbunden sind.