Chip-Branche steckt in Zehn-Jahres-Tief

Bild: Pixabay/Chrisci
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Die weltweite Chip-Industrie steckt in der Krise und sieht nach Berechnungen des Beratungshauses Gartner dem schlechtesten Jahr seit 2009 entegegen. Wie Analysten von Gartner errechnet haben, soll der Umsatz mit Halbleitern in diesem Jahr um 9,6 Prozent auf 429 Milliarden Dollar schrumpfen. Vor drei Monaten ging Gartner noch von einem Umsatzminus von 3,4 Prozent aus.

Nach Ansicht von Gartner-Researcher Ben Lee sind es der Preisdruck bei Speicherchips, der Handelsstreit der USA mit China und Bremsspuren beim Absatz von Smartphones, PCs und Servern, die in im Zusammenspiel diesen Rückgang bewirken. "Produktmanager im Halbleitermarkt sollten ihre Produktions- und Investitionspläne überdenken, um sich vor diesem schwächeren Markt zu schützen", mahnte er.

Am stärksten fällt der Preisverfall der Studie zufolge bei Speicherchips (DRAM) aus, der Branche, die vor kurzem noch mit einem zu geringen Angebot zu kämpfen hatte. Doch die Hersteller übertrieben im Bestreben, neue Kapazitäten aufzubauen. Um 42,1 Prozent dürften die DRAM-Preise in diesem Jahr abstürzen, schätzt das Analyse- und Beratungshaus. Bis ins zweite Quartal 2020 sei mit Überkapazitäten zu rechnen. Chipkonzerne wie Infineon, aber auch Zulieferer wie der Silziumscheiben-Hersteller Siltronic haben ihre Prognosen für das laufende Jahr bereits nach unten korrigieren müssen und die Hoffnung auf eine rasche Erholung aufgegeben.

Der Handelsstreit zwischen den USA und China wird nach den Erwartungen von Gartner zudem zu längerfristigen Verschiebungen bei Nachfrage und Angebot führen. Weil die USA ihre Beschränkungen mit Sicherheits-Aspekten begründeten, werde China seine eigene Halbleiter-Produktion forcieren.