Chinesische Smartphone-Hersteller im Vormarsch

Dass das brandneue Galaxy Fold für Samsung einen Nachfrageschub bringt, bezweifeln die Marktforscher (Bild: zVg)
Dass das brandneue Galaxy Fold für Samsung einen Nachfrageschub bringt, bezweifeln die Marktforscher (Bild: zVg)

Chinesischen Smartphone-Anbieter wie Huawei, Xiaomi und Oppo graben den Marktführern Samsung und Apple immer mehr Marktanteile ab. Laut Gartner konnten die drei genannten chinesischen Konzerne im vergangenen Jahr zusammen bereits einen Marktanteil von 28,5 Prozent für sich verbuchen. Zum Vergleich: 2017 entfielen auf sie erst knapp 23 Prozent des Weltmarktes.

Nach der Anzahl verkaufter Smartphones liegt Samsung mit gut 295 Millionen Geräten und einem Marktanteil von 19 Prozent im vergangenen Jahr allerdings noch klar in Führung. Aber einige Samsung-Kunden seien zu chinesischen Anbietern abgewandert, sagt Gartner-Analyst Anshul Gupta.

Die Premium-Geräte chinesischer Hersteller seien günstiger als die entsprechenden Modelle von Samsung und Apple, böten aber vergleichbare Leistung und Funktionen, argumentiert Gupta. "Deshalb haben sich mehr Konsumenten für Smartphones chinesischer Anbieter entschieden." Auch beim Ansehen der Marken sei die Lücke zu den etablierten Anbietern nicht mehr so gross wie zuvor. "Früher haben Leute ihr Smartphone von Apple oder Samsung stolz vorgezeigt, heute machen sie das auch mit Marken wie Vivo."

Der Gartner-Analyst rechnet nicht damit, dass die neuen faltbaren Smartphones wie Samsungs am Mittwoch vorgestelltes Galaxy Fold einen schnellen Nachfrageschub auslösen. "Der Markt funktioniert nicht mehr so, dass Leute sich ein Smartphone kaufen, nur weil eine neue Technologie verfügbar ist." Das sei noch anders gewesen als Smartphones mit dem schnelleren LTE-Datenfunk (4G) herauskamen: "Es gab eine Nachfragewelle." Der Nutzen der auffaltbaren Smartphones sei für viele aber nicht so offensichtlich - und sie seien auch teuer. Für das Galaxy Fold, das im Mai in den Handel kommt, nannte Samsung einen Preis von 2000 Euro.

Das Gerät könne Nutzer ansprechen, die bereits mit einem Smartphone und Tablet unterwegs seien und so ein Gerät zuhause lassen könnten, sagt Gupta. Zugleich seien aber noch viele Fragen offen: "Sind diese Geräte aufgeklappt wirklich auf einer Ebene mit einem Tablet? Und wie gut sind sie als Smartphone, wenn es zugeklappt ist?" Zugleich rechnet Gupta damit, dass faltbare Displays mit der Zeit einen enormen Effekt haben werden: "Es wird dadurch eine Menge neuer Geräteformen und Nutzungsszenarien geben." Und damit werde die Technologie wichtig sein für die Anbieter, die die Nachfrage bei ihren Flaggschiffgeräten befeuern wollen, "egal ob es dabei um Oneplus, Samsung oder Apple geht".