Das Technik-Jahr wird traditioneller Weise von der CES eingeläutet, die noch bis 9. Januar wie eh und je in Las Vegas über die Bühne geht. In diesem Jahr lautet das Motto der CES, die früher Consumer Electronics Show hiess, "Innovators Show Up". Wobei die Schwerpunkte auf Themen wie Künstliche Intelligenz (KI), Nachhaltigkeit, E-Health, Robotik, Cybersecurity, autonomes Fahren, fortschrittliche Fertigung, Gaming, Wearables und die Zukunft von TV- und Heimkino-Technologie (OLED, Mini-LED, 3D-Sound) gelegt werden.
Die CES, die neben der Computex in Taiwan, der IFA in Berlin und dem Mobile World Congress (MWC) in Barcelona zu den weltweiten wichtigsten Events der IT-Branche zählt, liefert einen aktuellen Überblick darüber, welche technischen Entwicklungen das neue Jahr prägen werden. In den vergangenen Jahren haben vermehrt auch Auto-Hersteller und -Zulieferer Messestände gebucht, um dort die Integration der IT in ihre Fahrzeuge sowie neue Fahrzeuge vorzuführen. Nachfolgend einige Produkte und Lösungen, die im Rahmen der CES ihre Premiere erleben.
HP Eliteboard G1a: Tastaturcomputer
HP etwa überrascht bei der CES mit einem voll funktionalen Desktop-Computer, der zur Gänze in einer Tastatur steckt. Auf den ersten Blick wirkt das sogenannte Eliteboard G1a wie ein normales Office-Keyboard, doch im Inneren arbeiten AMD-Ryzen-AI-300-Series-Prozessoren, dazu gibt es RAM, Massenspeicher, Lüfter, Stereo-Lautsprecher und mehrere Anschlüsse. Dieser Tastatur-Computer lässt sich per USB-C an bis zu zwei 4K-Monitore anschliessen, Bluetooth-Maus inklusive. Optional sind bis zu 64 GB DDR5-RAM, 2 TB SSD-Speicher und ein Fingerabdrucksensor verfügbar. Hinzu kommt noch eine wechselbare Batterie mit rund 3,5 Stunden Laufzeit. Mit dieser neuen Form des Desk-Computings will HP die Produktivität mit minimalem Platzbedarf verschränken, was sich insbesondere für Büros, Hot Desks und hybride Arbeitsplätze empfiehlt. Das Eliteboard G1a soll im März in die Regale kommen.
Lenovo: Ein Notebook mit Twist
Das neue Thinkbook Plus Gen 7 Auto Twist von Lenovo hält, was sein Name verspricht: Sein Display dreht sich nicht nur, sondern folgt dem Anwender sogar automatisch mit seiner Kamera. Der Rechner verfügt über ein motorisiertes Doppel-Drehgelenk, das das Display automatisch an die Körperhaltung, den Modus oder den Präsentationswinkel anpasst. Der Bildschirm richtet sich je nach Sitzposition selbst aus, klappt sich auf Wunsch motorisiert auf und lässt sich sogar per Sprachbefehl in verschiedene Modi versetzen.
Das Auto Twist basiert auf Intel Core Ultra Series 3-Prozessoren mit Copilot+ PC Erfahrung. Sein grösseres 14-Zoll-2,8-K-OLED-Display (120 Hz, 500 Nits, Dolby Vision-Unterstützung) liefert satte Farben und scharfe Kontraste für Präsentationen und kreative Arbeiten, ergänzt durch nach vorne gerichtete Dolby Atmos-Lautsprecher, die sich synchron mit dem Bildschirm drehen und so für eine gleichbleibende Audioausrichtung sorgen.
Samsung: XXL-TV und sprachgesteuerter KI-Kühlschrank
Mit einer Bildschirmdiagonale von 130 Zoll ist der neue Samsung-Fernseher "R95H" so gross, dass er eher an eine mobile Kinoleinwand als an ein klassisches Wohnzimmergerät erinnert. Ein spezieller Rahmen trägt das Display nicht nur, sondern macht es auch beweglich. Zudem soll das Gerät dank der neuen Micro-RGB-Beleuchtung besonders leuchtende Farben und eine hohe Helligkeit liefern, während eine KI-Steuerung Bild und Kontrast laufend optimiert. Ergänzt wird das Ganze durch ein integriertes Soundsystem und smarte Funktionen. Preis und Marktstart gab Samsung noch nicht bekannt.
Zudem zieht Samsung die Blicke an der CES auch mit einer neuen Reihe smarter Küchengeräte auf sich, allen voran der Kühlschrank namens "Bespoke AI Refrigerator Family Hub", der sich per Sprachbefehl öffnen lässt, was besonders dann praktisch scheint, wenn beim Kochen beide Hände beschäftigt sind. Alternativ reagieren die Geräte auch auf Berührungen an der Front. Dazu kommt eine integrierte KI in Form von Google Gemini. Diese soll erkennen, welche Lebensmittel im Kühlschrank liegen, und gleich auch passende Rezeptideen dazu vorschlagen.
Sony und Honda: Hightech auf Rädern
Während etwa Nvidia und Mercedes ein gemeinsames Robotaxi vorstellten, gaben Sony und Honda im Rahmen ihres Joint Ventures "Sony Honda Mobility" bekannt, dass der Afeela 1 noch heuer erstmals an Kunden in Kalifornien ausgeliefert werden soll. 2027 würden dann weitere Märkte beliefert. Gleichzeitig präsentierten Sony und Honda noch einen Prototypen eines zweiten Modells, das 2028 fertig werden soll und als Crossover mit coupéartigem Heck etwas mehr Alltagstauglichkeit verspricht. Der Afeela selbst setzt dabei weniger auf klassische Autotugenden als auf Hightech-Inszenierung: riesige Displays im Cockpit, KI-gestützte Assistenzsysteme und ein Design, das eher an ein rollendes Gadget als an ein traditionelles Auto erinnert.
Lego Smart Play
Der dänische Konzern Lego zeigt an der CES mit Smart Play, wie sich klassisches Bauen behutsam mit digitaler Technik verbinden lässt. Zentrales Element ist der sogenannte Smart Brick, ein 2×4 cm-Stein mit integrierten Sensoren, LEDs, Lautsprechern und kabelloser Verbindung. Er reagiert auf Bewegungen, Farben und angrenzende Steine und ergänzt das Spiel um Licht- und Soundeffekte – ganz ohne Bildschirm. Smart Play bleibt dabei kompatibel mit bestehenden Lego-Systemen und soll vor allem das freie, kreative Spiel erweitern. Erste Sets, unter anderem aus dem Star-Wars-Universum, sind bereits angekündigt. Lego will digitale Funktionen gezielt einsetzen, ohne das bekannte Bauerlebnis in den Hintergrund zu drängen.
Asus Zenbook A16
Asus wiederum zeigt mit dem Zenbook A16, einem 16-Zoll-Modell, eine grössere Weiterentwicklung des Zenbook A14, das aber erstaunlich leicht und mobil bleibt. Highlight ist das 3K-OLED-Display mit 120 Hz, das nicht nur viel Platz bietet, sondern auch mit starken Farben und hoher Helligkeit überzeugt. Trotz der Grösse eignet sich das Zenbook A16 perfekt für unterwegs.
Angetrieben von einem aktuellen Snapdragon-Prozessor, kombiniert mit viel Arbeitsspeicher und flottem SSD-Speicher, liefert es mehr als genug Leistung für Alltag, Kreativarbeit und Multitasking. Praktische Anschlüsse wie ein SD-Kartenslot runden das Paket ab. Das Asus Zenbook A16 soll in Kürze ab 1.799 Euro bestellbar sein.
LG mit KI-gesteuertem Haushaltsroboter
Der Elektronikriese LG gibt mit dem CLOiD auf der CES einen Ausblick auf den Haushalt der Zukunft. Der KI-gesteuerte Roboter ist dafür konzipiert, alltägliche Aufgaben selbstständig zu übernehmen und den Nutzern spürbar Zeit zu sparen. In realitätsnahen Wohnszenarien zeigt LG, wie CLOiD Milch aus dem Kühlschrank holt, Croissants in den Ofen schiebt, die Waschmaschine startet und nach dem Trocknen die Wäsche ordentlich faltet und stapelt. Dahinter steckt eine lernfähige KI, die Gewohnheiten erkennt und Haushaltsgeräte gezielt steuert. Dank Rädern, kippbarem Oberkörper und zwei Armen mit jeweils fünf beweglichen Fingern kann CLOiD sicher vom Boden bis zur Arbeitsfläche agieren. Was der Roboter kostet und wann er auf den Markt kommt, behält LG noch für sich.







