Bund veröffentlicht "Minimalstandard" zum Schutz vor Cyberrisiken

Symbolbild: Fotolia/Sergey Nivens

Das Schweizer Bundesamt für wirtschaftliche Landesversorgung (BWL) hat einen Minimalstandard zur Stärkung der IKT-Resilienz entwickelt. Der Standard richtet sich insbesondere an die Betreiber von kritischen Infrastrukturen in der Schweiz. Er ist aber auch für jedes andere Unternehmen anwendbar.

Ausgangspunkt des Minimalstandards waren die im Rahmen der vom Bundesrat 2012 beschlossenen Nationalen Strategie zum Schutz der Schweiz vor Cyberrisiken (NCS) durchgeführten Verwundbarkeitsanalysen zu Cyberrisiken in verschiedenen lebenswichtigen Branchen. Untersucht wurden etwa die Stromversorgung, die Trinkwasser- und Lebensmittelversorgung oder auch der Strassen- und Schienenverkehr. Auf Basis dieser Ergebnisse wurde dieser Minimalstandard erarbeitet.

Der «Minimalstandard zur Stärkung der IKT-Resilienz» umfasst die Funktionen "Identifizieren", "Schützen", "Detektieren", "Reagieren" und "Wiederherstellen" und bietet Anwendern 106 konkrete Handlungsanweisungen zur Verbesserung ihrer IKT-Resilienz gegenüber Cyberrisiken. Die vorgeschlagenen Massnahmen sind organisatorischer oder technischer Natur. Dazu gehören Vorgaben zur Erstellung eines vollständigen Inventars für Hard- und Software, Schulung und Training für Mitarbeitende, Vorgaben zum Datenschutz, zur Früherkennung von Bedrohungen und so weiter.

Der IKT-Minimalstandard basiert auf dem international anerkannten NIST-Framework und ist kompatibel mit weiteren Cybersecurity-Standards. Zusammen mit verschiedenen Wirtschaftsverbänden wurde der Minimalstandard für einzelne Branchen bereits weiter spezifiziert. So entstand in Zusammenarbeit mit dem Verband Schweizerischer Elektrizitätsunternehmen (VSE) bereits ein Standard für die Strombranche.

Der IKT-Minimalstandard im Überblick

Der Standard gliedert sich in drei Teile: 1. Grundlagen: Dieser Teil dient als Nachschlagewerk und vermittelt Informationen zur IKT-Resilienz. 2. Framework: Es bietet den Anwendern, gegliedert nach den fünf Themenbereichen "Identifizieren", "Schützen", "Detektieren", "Reagieren" und "Wiederherstellen" ein Bündel konkreter Handlungsanweisungen. 3. Bewertungstool: Mit diesem können Unternehmen den Grad ihrer IKT-Resilienz beurteilen, respektive auch durch externe Firmen prüfen lassen.