Logobild: Booking.com

Bei der Unterkunftsbuchungswebsite Booking.com mit Zentrale in Amsterdam gibt es Medienberichten zufolge erneut einen Sicherheitsvorfall, bei dem Unbefugte Zugriff auf Kundendaten erlangt haben. Das Unternehmen betont aber, dass keine physischen Adressen geleaked worden seien.

Es handle sich laut den Berichten um eine Fortführung oder erneute Welle von Angriffen, bei denen Kriminelle das interne Nachrichtensystem (Extranet) nutzen, um täuschend echte Phishing-Mails an Reisende zu senden, heisst es. Demnach erhalten Kunden Nachrichten, die oft direkt im offiziellen Chat-Verlauf mit dem Hotel erscheinen. Darin werden sie unter Vorwänden (z. B. fehlende Kreditkartendaten) zu einer erneuten Zahlung oder Verifizierung auf einer gefälschten Webseite aufgefordert.

Booking.com gibt dazu folgendes Statement ab: "Wir haben kürzlich verdächtige Aktivitäten festgestellt, bei denen unbefugte Dritte Zugriff auf Buchungsinformationen von einigen unserer Gäste erlangt haben. Sobald wir diese Aktivitäten entdeckt hatten, haben wir umgehend Massnahmen ergriffen, um das Problem einzudämmen. Wir haben die PIN-Nummern für diese Reservierungen aktualisiert und unsere Gäste informiert. Zwar wurde möglicherweise auf E-Mail-Adressen, Telefonnummern und Buchungsdaten in Zusammenhang mit den betroffenen Reservierungen zugegriffen, jedoch gab es keinen Zugriff auf physische Adressen/Postanschriften. Wir können zudem bestätigen, dass es keinen Zugriff auf Zahlungsdetails oder Finanzinformationen von Kunden gab. Grundsätzlich raten wir unseren Kunden, dennoch stets aufmerksam gegenüber möglichen Phishing-Versuchen zu bleiben. Booking.com wird niemals per E-Mail, Telefon, Whatsapp oder SMS dazu auffordern, Kreditkartendaten weiterzugeben, oder Kunden bitten, eine Banküberweisung vorzunehmen, die von den Zahlungsbedingungen in ihrer Buchungsbestätigung abweicht. Wir verfügen über spezialisierte Teams und setzen Tools auf Basis von maschinellem Lernen ein, um rund um die Uhr verdächtige Aktivitäten zu überwachen, zu erkennen und zu blockieren. Gleichzeitig arbeiten wir kontinuierlich daran, unsere strengen Sicherheitsmassnahmen, die wir bereits implementiert haben, noch weiter zu verbessern."

Das ist der jüngste Vorfall in einer Reihe von Cyberkriminalitätsversuchen gegen Booking.com. Das Unternehmen hat in letzter Zeit mit einer steigenden Zahl von Fällen auf seiner Plattform zu kämpfen, bei denen Betrüger vor einer Reise nach Zahlungsdaten zur Vorautorisierung oder Verifizierung fragen und anschliessend hohe Beträge abbuchen. Oftmals liegt die Schwachstelle aber nicht direkt beim Portal, sondern bei den angeschlossenen Hotels, deren Computersysteme gehackt werden. Über die so erbeuteten Zugangsdaten zum Verwaltungsportal von Booking.com können die Angreifer dann die Kommunikation mit den Gästen übernehmen und ihre gefälschten Zahlungsaufforderungen versenden.

Empfehlungen für Nutzer -- Keine Zahlungslinks in Chats: Booking.com fordert Kunden niemals per Chat oder E-Mail dazu auf, Zahlungsdaten auf externen Seiten einzugeben.
-- Status prüfen: Buchungsstatus ausschliesslich in der offiziellen App prüfen oder durch direktes Einloggen auf der Webseite (nicht über Links in Nachrichten).
-- Passwörter ändern: Sowohl Hotels als auch Kunden wird geraten, Passwörter zu aktualisieren und die Zwei-Faktor-Authentifizierung zu überprüfen