Logobild: Radicant

Einen heftigen Paukenschlag setzt es bei der Basellandschaftlichen Kantonalbank (BLKB). Das Finanzinstitut nimmt bei der Digitalbank Radicant in Bezug auf ihre Mehrheitsbeteiligung eine Wertberichtigung in Höhe von 105,5 Millionen Franken vor. Ausschlaggebend für den enormen Abschreiber seien unvorhergesehene Problemstellungen bei der Integration des Treuhandgeschäfts der Radicant Business Services verbunden mit tieferen Kundenzahlen, geringeren Erträgen und einer zu hohen Kostenbasis, heisst es in einer Aussendung dazu.

Die Erwartungen an den Beitrag des physischen Treuhandgeschäfts zum Wachstum von Radicant hätten sich nicht erfüllt. Geplante Synergien zwischen der Radicant Bank AG und der Radicant Business Services AG hätten sich ebenfalls nicht wie vorgesehen realisieren lassen. Insgesamt bewertet die BLKB die Kostenbasis der Radicant-Gesellschaften als zu hoch.

Den Infos zufolge sind die Radicant Holding und Radicant Business Services Nachfolgeunternehmen von Numarics und Kreston Zürich. Die Kantonalbank plane nun ein umfangreiches Kostenreduktions- und Effizienzprogramm sowie Veränderungen in der Governance und in der geschäftlichen Ausrichtung der Radicant-Gesellschaften. Sie halte aber an ihrem strategischen Investment fest, ist der Mitteilung zu entnehmen.

"Die BLKB bewertet aufgrund der aktuellen Situation die Beteiligung an Radicant neu. Mit den geplanten einschneidenden Massnahmen und einer deutlich tieferen Kostenstruktur hält die Finanzgruppe an der Diversifikationsstrategie mittels der Digitalbank Radicant fest, auch wenn sich die strategischen Erwartungen insbesondere an das Treuhandgeschäft nicht erfüllt haben. Im wachsenden Markt der Retail- sowie Affluent-Kundinnen und -Kunden wird die BLKB Radicant nutzen, um das längerfristige erfolgreiche Wachstum der Bank sicherzustellen", lässt sich Thomas Schneider, Bankratspräsident der BLKB, zitieren. Schneider, der seit 2018 als Bankratspräsident amtet, hat im übrigen seinen Rücktritt angekündigt. Er werde diese Funktion per Mitte 2026 zur Verfügung zu stellen. Sein Rücktritt soll noch vor Ablauf der derzeitigen Amtsperiode erfolgen, welche am 30. Juni 2027 endet.

Auch BLKB-CEO John Häfelfinger probt den Abgang. Er werde in seinem neunten Jahr als CEO und Leiter der Geschäftsleitung der BLKB das Institut per Ende März 2026 verlassen, heisst es.

Abseits dieser Ereignisse bestätigt die Bank ihren anlässlich der Bilanzmedienkonferenz vom 27. Februar gegebenen Ausblick und geht von einem mit dem Vorjahr vergleichbaren operativen Geschäftsgang aus. Das Institut will am 17. Juli über das Halbjahr 2025 berichten.