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Bis 2033 muss die Schweiz 54’400 zusätzliche ICT-Fachkräfte ausbilden, um die Wettbewerbsfähigkeit langfristig zu sichern. Dies belegt eine neue Studie des Verbandes ICT-Berufsbildung Schweiz. Soll der Bedarf mit inländischen Fachkräften gedeckt werden, brauche es zusätzliche Lehrstellen, heisst es. Denn 81 Prozent der ICT-Fachkräfte entstammen demnach der Berufsbildung. Jede elfte vollzeitbeschäftigte ICT-Fachkraft müsste ein/e Lernende/r sein, damit die Lücke gedeckt werden könne.

Die aktuelle Studie wurde im Auftrag der ICT-Berusbildung von der BSS Volkswirtschaftlichen Beratung verfasst. Die Zahlen zeigen, dass das Berufsfeld ICT weiterhin überdurchschnittlich schnell wächst: 266’000 Personen übten 2024 eine ICT-Tätigkeit aus. Dies sind 68 Prozent mehr als im Jahr 2010 und knapp 3 Prozent mehr als 2022. Wirtschaftliche und demografische Trends werden den Bedarf an ICT-Fachkräften in den kommenden Jahren weiter verstärken.

Das Wirtschaftswachstum und die fortschreitende digitale Transformation führen laut Studie in den kommenden Jahren zu einem Brutto-Fachkräftebedarf von insgesamt 128’600 zusätzlichen ICT-Fachkräften. Davon könnten voraussichtlich rund 44’400 Personen über das Bildungssystem und 29’800 durch Zuwanderung gedeckt werden, heisst es. Dennoch bleibe eine erhebliche Lücke von 54’400 ICT-Fachkräften, die zusätzlich ausgebildet werden müssten. "Ausbildung braucht Zeit – wir müssen bereits heute handeln, um diese Lücke zu vermeiden", betont Marc Marthaler, Geschäftsführer von ICT-Berufsbildung Schweiz.

81 Prozent aller ICT-Abschlüsse haben der Untersuchung zufolge ihren Ursprung in der Berufsbildung. Sie ermögliche jungen Menschen den praxisnahen Einstieg in die Berufswelt, liefere Unternehmen passgenau ausgebildete Nachwuchsfachkräfte und versorge die Hochschulen mit bestens vorbereiteten Studierenden. Denn rund die Hälfte der ICT-Lernenden absolviere innert weniger als fünf Jahren nach Lehrabschluss eine Weiterbildung. An den Fachhochschulen verfügten knapp 70 Prozent der Studierenden im Bereich der ICT über einen Berufsbildungsabschluss. Dies mache die Berufsbildung zum entscheidenden Faktor, um den zunehmenden Fachkräftebedarf zu bewältigen.

Die Zahl der ICT-Lernenden ist 2023 schweizweit auf 11’453 gestiegen – ein deutliches Plus gegenüber 2022 (10'414), so die Studie. Heute liege die Lehrstellenquote damit bei 5.9 Prozent (2022: ebenfalls 5.9 Prozent). Langfristig sollte dieser Wert auf 8.8 Prozent wachsen, damit die Schweiz ihren künftigen Bedarf an ICT-Fachkräften mit eigenem Nachwuchs decken könne. "Wir empfehlen Betrieben aller Branchen, spätestens ab neun ICT-Beschäftigten mindestens eine Lehrstelle zu schaffen. Aber auch kleinere Betriebe können ausbilden und einen wertvollen Beitrag leisten", betont Marthaler.

Bemerkenswert ist: Über zwei Drittel der ICT-Fachkräfte arbeiten ausserhalb der ICT-Kernbranche – etwa in Finanzindustrie, Unternehmensberatung, im Gesundheitswesen oder in der öffentlichen Verwaltung. "Dass ICT-Fachkräfte in nahezu allen Branchen unverzichtbar sind, unterstreicht ihre immense wirtschaftliche Bedeutung", sagt Andreas W. Kaelin, Präsident von ICT-Berufsbildung Schweiz.