Bill Gates warnt vor KI (Foto: Bogdan Hoyaux, EU/ CC BY-SA 4.0)

Microsoft-Mitgründer Bill Gates schlägt in der Debatte um Künstliche Intelligenz (KI) drastische Töne an und warnt vor katastrophalen globalen Risiken. In einem aktuellen Interview mit dem US-Sender NBC erklärte der Tech-Pionier, dass KI in den Händen böswilliger Akteure die gefährlichste Technologie der Menschheitsgeschichte darstellt und im schlimmsten Fall bis zu eine Milliarde Todesfälle verursachen könnte.

Wörtlich betonte Gates: "Es gab noch nie eine so mächtige Waffe wie die Kombination von Menschen mit bösen Absichten, die die neuesten KI-Werkzeuge einsetzen." Die Bedrohung entstehe primär durch die Zweckentfremdung hochentwickelter Systeme.

Der Tech-Branche stellt er ein klares Zeugnis aus. Die Idee, dass sich die Labore und Konzerne freiwillig selbst kontrollieren, hält er für unzureichend. Daher fordert Gates strikte staatliche Gesetze sowie eine aktive Überwachung durch Strafverfolgungsbehörden und Politiker. Die Politik müsse jetzt feste Leitplanken definieren, um die Technologie zu bändigen.

Gates' Warnung platziert sich mitten in einer Phase, in der die Angst vor existenziellen Risiken durch KI massiv zunimmt – befeuert unter anderem durch Berichte über eigenständige Hacking-Attacken von KI-Modellen. Während der 70-Jährige in der Vergangenheit oft die grossen Chancen von KI (etwa in der Medizin oder Bildung) hervorhob, rücken für ihn nun die geopolitischen und gesellschaftlichen Gefahren einer unkontrollierten Disruption in den Vordergrund. Der Tenor ist eindeutig: Der Tech-Branche stehe die womöglich turbulenteste Ära der Geschichte bevor – und die Politik hinke der technologischen Realität gefährlich hinterher, so Gates.