Netflix hat sich offiziell aus dem Bieterkampf um Warner Bros. Discovery (WBD) zurückgezogen. Der US-Streaming-Riese mit Hauptsitz im kalifornischen Los Gatos hat bekannt gegeben, sein ursprüngliches Übernahmeangebot nicht weiter zu erhöhen. Damit macht Netflix den Weg frei für den Konkurrenten Paramount Skydance, dessen verbessertes Angebot vom WBD-Vorstand als "überlegen" (superior) eingestuft wurde.
Damit dürfte auch der Nachrichtensender CNN unter Kontrolle der Familie des als Trump-Unterstützers geltenden Oracle-Gründers und Tech-Milliardärs Larry Ellison wandern.
Die Co-CEOs von Netflix, Ted Sarandos und Greg Peters, erklärten, dass der Deal zu dem von Paramount geforderten Preis "finanziell nicht mehr attraktiv“ sei. Netflix wolle seine disziplinierte Kapitalstrategie beibehalten.
Paramount Skydance hat zuletzt rund 31 US-Dollar pro Aktie (insgesamt etwa 111 Milliarden US-Dollar) für das gesamte Unternehmen geboten. Netflix hatte zuvor ein Angebot über rund 83 Milliarden US-Dollar für die Filmstudios und das Streaming-Geschäft abgegeben. Da das neue Paramount-Angebot von Warner als das Bessere eingestuft wurde, dürfte der Konzern nun den Zuschlag bekommen. Paramount hatte sich schon zuvor auch bereiterklärt, die Vertragsstrafe von 2,8 Mrd. Dollar (2,4 Mrd. Euro) zu übernehmen, die Warner in diesem Fall an Netflix zahlen muss. Paramount wird von Larry Ellisons Sohn, dem Filmproduzenten David Ellison geführt. Er will mit der Übernahme von Warner Bros. Discovery an Gewicht in Hollywood gewinnen.
Statt der Mega-Übernahme will Netflix nun verstärkt in das eigene Content-Portfolio investieren – allein für 2026 sind Ausgaben von rund 20 Milliarden US-Dollar für Filme und Serien geplant. Zudem wurde die Wiederaufnahme von Aktienrückkäufen angekündigt.
Nach Bekanntwerden des Rückzugs stieg die Netflix-Aktie im nachbörslichen Handel deutlich an, während die WBD-Aktie leicht nachgab.
