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Am gestrigen Beiratstreffen Digitale Schweiz stand der Austausch über die Chancen und Potenziale der Nutzung und Veröffentlichung von Open-Source-Software im Mittelpunkt. Für die Teilnehmenden stellt Open Source einen zentralen Pfeiler der digitalen Souveränität dar und soll daher ihrer Auffassung nach künftig noch stärker gefördert werden. Das Treffen wurde von Bundeskanzler Viktor Rossi geleitet.

Um den Mehrwert und insbesondere die Wiederverwendbarkeit von Open-Source-Software besser zu nutzen, sei eine Übersicht über bestehende Lösungen entscheidend, so der Beirat Digitale Schweiz. Zu diesem Zweck hatb der Bund unter Opensource.admin.ch einen zentralen Katalog für Open-Source-Software aufgebaut. Dieser werde laufend erweitert und basiere auf dem internationalen "Standard for Public Code", der auch von der Europäischen Union eingesetzt wird.

Ziel sei es, eine wachsende Sammlung frei nutzbarer Software bereitzustellen und diese gemeinsam mit der Community aus Open-Source-Organisationen und Unternehmen weiterzuentwickeln. Damit fördere der Bund Transparenz, Effizienz und die Wiederverwendung von Software – ganz im Sinne des Prinzips "Public Money, Public Code", heisst es.

Die Schweizer Behörden hätten im Bereich Open Source eine gute Ausgangslage. Dies weil sie seit dem Inkrafttreten des Bundesgesetzes über den Einsatz elektronischer Mittel zur Erfüllung von Behördenaufgaben (Embag) über eine gesetzliche Regelung verfüge, wonach Software, die der Bund zur Erfüllung seiner Aufgaben entwickle oder entwickeln lasse, grundsätzlich veröffentlicht werde. Dadurch könnten Kantone, Gemeinden und weitere Interessierte diese Lösungen kostenlos nutzen, weiterentwickeln und weitergeben, betont der Beirat Digitale Schweiz.

Derzeit sei jede Bundesbehörde selbst dafür verantwortlich, ihren Quellcode zu veröffentlichen. Im Rahmen des Fokusthemas Open Source wurde deshalb angeregt, eine zentrale Open-Source-Fachstelle zu schaffen. Diese könnte die Departemente und Ämter fachlich bei der Veröffentlichung von Software unterstützen, Synergien nutzen und damit insgesamt Kosten einsparen.

Open Source trage wesentlich zur digitalen Souveränität eines Staates bei, betont der Beirat. Eine breite Verfügbarkeit und die Nutzung unabhängig entwickelter Softwarelösungen stärkten die digitale Unabhängigkeit nachhaltig, heisst es. Um die digitale Souveränität der Bundesverwaltung zu stärken, habe beispielsweise die Bundeskanzlei mit dem Proof of Concept BOSS (BOSS bedeutet Büroautomation durch Einsatz von Open-Source-Software) eine praktische Machbarkeitsstudie lanciert. Diese bereite den Weg für eine Büroautomationsumgebung mit Open-Source-Software: zum einen als Notfallersatz bei einem möglichen Ausfall von Microsoft 365, zum anderen für die laufende sichere Bearbeitung von Dokumenten mit schützenswerten Inhalten. Erste Resultate und daraus abgeleitete Empfehlungen seien für Mitte 2026 zu erwarten.

An den Beiratstreffen Digitale Schweiz tauschen sich Mitglieder des Bundesrates und der Bundeskanzler mit Vertreterinnen und Vertretern von Wissenschaft, Wirtschaft, Politik, Behörden und Zivilgesellschaft zu Themen der digitalen Transformation aus. Die Treffen finden mehrmals jährlich in wechselnder Zusammensetzung statt, jeweils unter dem Vorsitz eines Mitglieds des Bundesrates oder des Bundeskanzlers. Der Bundesrat bestimmt jährlich Fokusthemen der Strategie Digitale Schweiz. Zu jedem Fokusthema findet ein Beiratstreffen statt. Organisiert werden die Treffen durch die Bundeskanzlei.



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