Beim Peking-Halbmarathon am 19. April waren humanoide Roboter erstmals deutlich schneller als die menschliche Konkurrenz. Der siegreiche Roboter der chinesischen Smarphone-Marke Honor (Modell "Blitz“) legte die 21,1 Kilometer lange Strecke in einer Zeit von 50 Minuten und 26 Sekunden zurück. Damit unterbot die Maschine nicht nur die menschlichen Profisportler des Rennens, sondern auch den offiziellen menschlichen Weltrekord, den der ugandische Läufer Jacob Kiplimo im März in Lissabon aufgestellt hatte (57:31 Minuten), um mehrere Minuten.
Konkret kam der schnellste Roboter rund zehn Minuten vor dem ersten menschlichen Läufer ins Ziel. Der Roboter "Blitz“ überquerte die Ziellinie ursprünglich nach 48 Minuten und 19 Sekunden, erhielt jedoch aufgrund von Fernsteuerungs-Eingriffen eine Zeitstrafe, die das Endergebnis auf knapp über 50 Minuten korrigierte.
Im Vergleich zum Vorjahr war dies eine massive Steigerung. 2025 benötigte der damals schnellste Roboter "Tiangong“ noch 2 Stunden und 40 Minuten und lag damit weit hinter den Menschen. Um Unfälle zu vermeiden, liefen die Maschinen auf speziell abgesperrten Bahnen parallel zu den rund 12.000 menschlichen Teilnehmern.
Das Event gilt als bedeutender Stresstest für die Batterieleistung und Echtzeitsteuerung von humanoiden Maschinen unter realen Bedingungen. Schickten 2025 lediglich 20 Teams ihre Robo-Schützlinge ins Rennen, so nahmen dieses Jahr mehr als 100 Teams teil. Anders als vergangenes Jahr navigierte zudem fast die Hälfte der Roboter autonom durch das Gelände, anstatt ferngesteuert zu werden.
