Tegut-Zentrale in Fulda (© Gerd Fahrenhorst/ CC-BY 4.0)

Im Darknet sind jetzt Kundendaten veröffentlicht worden, die bei einer Cyberattacke auf das IT-Netzwerk der Supermarktkette Tegut Ende April gehackt wurden. Damit erhöhen die bislang unbekannten Täter den Druck auf das Handelsunternehmen, verunsichern die Kunden und provozieren Mitarbeitende und Lieferanten, um ihre Forderungen durchzusetzen, wie der Geschäftsführer Thomas Gutberlet verlauten lässt. Angaben zu den Forderungen machte Tegut bislang nicht. Tegut befindet sich im Besitz der Genossenschaft Migros Zürich.

Den Infos zufolge handelt es sich bei den Daten um Auskünfte, die vornehmlich Kundenkartenbesitzer im Rahmen von Befragungen oder Marktforschungsstudien zu ihrem Einkaufsverhalten gegeben hatten. In einzelnen Dateien seien auch Kontaktinformationen der Kunden wie Anschriften, E-Mail-Adressen und Telefonnummern enthalten. Tegut werde alle Betroffenen persönlich informieren, die Kundenbetreuung stehe bei Fragen zur Verfügung, heisst es.

Tegut zufolge habe man sich "auf die erwartbare Eskalation gut vorbereitet" und auch weitere Vorkehrungen zum Schutz der Kunden getroffen. So seien etwa die Login-Zugänge für Kunden auf der Website bereits mit Bekanntwerden des Cyberangriffs vorsorglich gesperrt worden. Inzwischen sei der Zugang - nach entsprechenden Sicherheitsprüfungen - wieder freigegeben, hinterlegte Passwörter seien zurückgesetzt und Kunden vorsorglich zur Neuvergabe von Passwörtern aufgefordert worden. Tegut arbeite mit den zuständigen Strafverfolgungsbehörden sowie externen IT-Sicherheitsexperten zusammen und unterstütze die laufenden Ermittlungen.

Die Supermarktkette, die über mehr als 280 Märkte in Hessen, Thüringen, Bayern und Baden-Württemberg sowie in Göttingen und Mainz verfügt, hatte unmittelbar nach dem Angriff Einschränkungen bei der Warenverfügbarkeit zu spüren bekommen. Betroffen waren demnach vor allem Fleisch- und Wurstwaren. Das Unternehmen hatte sämtliche IT-Netzwerke abgeschaltet. Das habe sich unter anderem auf die Warenwirtschaftsprogramme ausgewirkt, heisst es. Mittlerweile habe sich die Warenverfügbarkeit nach Unternehmensangaben wieder normalisiert. Über einen möglichen finanziellen Schaden gab Tegut bislang keine Auskünfte.