Die Mehrheit der Schweizer Betriebe ist ungenügend auf Cyberattacken vorbereitet, die mittels künstlicher Intelligenz (KI) ausgeführt werden. Laut dem aktuellen "SwissVR Monitor" des Prüfungs- und Beratungsunternehmens Deloitte Schweiz und der Hochschule Luzern verfügen 74 Prozent der Firmen über keine explizite Strategie gegen KI-basierte Angriffe. Besonders kleine und mittelgrosse Unternehmen (KMU) hinken beim Schutz hinterher.
Die Bedrohung ist längst keine Theorie mehr: 41 Prozent der befragten Unternehmen wurden bereits Opfer solcher Cyberattacken. Die Folgen für die Wirtschaft sind gravierend. Am häufigsten führen die Vorfälle zu spürbaren Betriebsunterbrüchen (42 Prozent) sowie zu folgenschweren Datenlecks (22 Prozent).
Trotz der rasanten technologischen Aufrüstung aufseiten der Kriminellen mangelt es in den Betrieben an grundlegenden Gegenmassnahmen. So besitzt mehr als die Hälfte der Firmen (55 Prozent) entweder gar keine oder zumindest ungeprüfte Notfallpläne zur Wiederherstellung ihrer zentralen IT-Prozesse. Ein wesentlicher Grund für das Zögern liegt laut Deloitte zudem in den Aufsichtsgremien bzw. im mangelnden Know-how der Chefetagen. In 68 Prozent der Schweizer Verwaltungsräte sitzt laut Studie keine einzige Person mit ausgewiesener Cyber- oder IT-Expertise.
Während Grosskonzerne ihre Abwehr zunehmend professionalisieren, bleibt das Risiko vor allem für kleinere Betriebe akut. Die Experten warnen: Wer KI-gestützte Angriffe, die immer schneller und präziser werden, weiterhin unterschätzt, gefährdet im Ernstfall die eigene Existenz.
