Unterwasser-Inspektionsroboter: hier noch per Kabel gesteuert (Foto: blueyerobotics.com)

Ingenieure der Norwegischen Universität für Wissenschaft und Technologie (NTNU) haben einen autonomen Roboter in einer Tiefe von 90 Metern getestet. Dieser kann über Monate hinweg auf dem Meeresgrund bleiben und in vorgegebenen Abständen die ihm zugeteilte Infrastruktur inspizieren. Beginnt er aufgrund von Energiemangel zu schwächeln, schwimmt er zu einer Unterwasser-Ladestation, die seine Batterien wieder füllt. Gleichzeitig überspielt er seine gesammelten Daten.

"Unterwasserroboter, die von festen Stützpunkten auf dem Meeresboden aus operieren - unabhängig von kostspieligen Schiffen - werden eine Schlüsselrolle bei Überwachung, Inspektion und Schutz der weltweit zunehmenden Infrastruktur auf dem Meeresboden spielen", so Martin Ludvigsen von NTNU.

Derzeit wird die Infrastruktur am Meeresboden von grossen Schiffen aus mithilfe von Ultraschall oder von Unterwasserfahrzeugen überprüft, die von Schiffen ausgesetzt und aus Kontrollräumen auf dem Mutterschiff oder an Land gesteuert werden. In beiden Fällen sind teure Schiffe und viel Personal nötig. Die autonomen Unterwasserroboter sollen das ändern. Zudem können sie, weil sie günstiger sind als die bisherigen Methoden, Inspektionen in viel kürzeren Abständen als bisher absolvieren.

Bei ihrem Test haben die NTNU-Meerestechniker einen "Blueye X3"-Unterwasserroboter des Unternehmens Blueye Robotics eingesetzt. Sie rüsteten ihn unter anderem mit einer Kamera, einem Sonar, Sensoren, Kommunikationsausrüstung, einem Induktionsladegerät sowie einem magnetischen "Verankerungssystem" aus. Derart bepackt wog er zehn Kilogramm.

Die Tests dauerten insgesamt vier Wochen. Das System hat seine Inspektionsaufträge erfolgreich abgeschlossen und eine Erfolgsquote beim autonomen Andocken von 90 Prozent erreicht. Damit sind die Entwickler aber nicht zufrieden. Immerhin würde jeder zehnte Inspektionsroboter dann verlorengehen. Deshalb arbeiten sie jetzt an der Erreichung der 100-Prozent-Marke, heisst es abschliessend.