Symbolbild: Pixabay/u-39vqzo46y

Australien verbannt ab kommenden Freitag Songs aus den offiziellen Hitparaden, die überwiegend oder vollständig von Künstlicher Intelligenz erzeugt wurden. Der australische Branchenverband Australian Recording Industry Association (Aria) hat dafür seinen Verhaltenskodex geändert, um den "menschlichen Ursprung des künstlerischen Schaffens" zu schützen.

Lieder müssen demnach zukünftig "im Wesentlichen von Menschen geschaffen“ worden sein, um gelistet zu werden. Die unterstützende Nutzung von KI – beispielsweise bei der Tontechnik oder dem Mastering – bleibt aber weiterhin zulässig.

Die Aria kann unzulässige Titel sperren, nachträglich entfernen, Chartplatzierungen korrigieren und bereits verliehene Auszeichnungen wieder entziehen. Die neuen Richtlinien verbieten zudem den Einsatz von künstlich erzeugten Streams, um Songs in den Charts nach oben zu pushen.

Eigentlicher Auslöser für diese radikale Regeländerung war eine Cover-Version des Madonna-Klassikers "Like a Prayer“ des australischen DJs Josh Fawaz. Der Song stürmte im Juli die Radio-Rotationen und erreichte Platz vier der offiziellen Charts. Erst im Nachgang kam heraus, dass sowohl der Gesang als auch das Schlagzeug komplett KI-generiert waren.

Künstler und Plattenfirmen haben bei einem Ausschluss künftig das Recht, Einspruch einzulegen und Nachweise über den menschlichen Anteil der Produktion einzureichen.