Aussenhandelsstudie: ICT-Branche sechstgrösster Dienstleistungsexporteur der Schweiz

Vor allem Schweizer Software kommt im Ausland gut an (Symbolbild: Pixabay)
Vor allem Schweizer Software kommt im Ausland gut an (Symbolbild: Pixabay)

Im vergangen Jahr wurden Schweizer ICT-Güter und -Dienstleistungen im Wert von 19.2 Mrd. Franken ins Ausland geliefert. Davon entfallen 65 Prozent auf den Dienstleistungsexport. Die ICT-Branche ist somit der sechstgrösste Dienstleistungsexporteur der Schweiz. Dies geht aus der aktuellen ICT-Aussenhandelsstudie des Dachverbands ICTswitzerland hervor.

Mit einem Exportanteil von knapp zwei Dritteln bleibt die EU dabei der mit Abstand wichtigste Handelspartner für ICT-Dienstleistungen, wobei inner­halb von Europa vor allem nach Deutschland (2.4 Mrd. Franken) und Grossbritannien (1.5 Mrd. Fran­ken) ex­por­tiert wird. Während Amerika in den vergangenen fünf Jahren klar der zweitwichtigste Export­part­ner war, ist Asien mittler­weile fast gleichauf. So gingen letztes Jahr 15 Prozent des gesamten ICT-Dienstleistungs­exports nach Asien und 16 Prozent nach Amerika. Das Handelsbilanzdefizit bei ICT-Dienstleistungen wurde dank sin­ken­der Importe laut Studie deutlich reduziert.

Konkret betragen die ICT-Exporte der Schweiz 8.2 Prozent des Gesamtexports der Schweizer (233 Mrd. Franken). Zwei Drittel der ICT-Exporte (12.5 Mrd. Franken) sind im Dienst­leistungs­bereich anzusiedeln. Von grösster Bedeutung sind dabei die Computerdienste (8.5 Mrd. Franken), während der Handel mit Telekommunikations- (2.2 Mrd. Franken) und Informationsdiensten (1.8 Mrd. Franken) einen etwas kleineren Beitrag leistet. ICT-Dienste sind ins­gesamt die sechstwichtigste Dienstleistungsexportgruppe der Schweiz. Der Export von ICT-Gütern – der während einem Jahrzehnt rückläufig war – ist nun wieder auf dem Vormarsch. In den letzten drei Jahren konnte er um 700 Millionen Franken gesteigert werden und betrug 2018 6.7 Mrd. Franken.

Die Dienst­­leist­ungs­­­ex­porte nach Asien haben sich in den letzten sechs Jahren in absoluten Zahlen fast ver­dop­pelt und machten 2018 15 Prozent des gesamten ICT-Exportvolumens aus. Da gleich­zeitig Ame­ri­ka als Zielmarkt für die Schweiz an Bedeutung verlor (2012: 27 Prozent; 2018: 16 Prozent), ist zu erwarten, dass Asien bereits im nächsten Jahr der zweitwichtigste Markt für ICT-Dienstleistungsexporte sein wird. Der mit Abstand wichtigste Handels­partner bleibt die EU mit 64 Prozent Exportanteil. Innerhalb von Europa ist neben den Nachbarn Deutschland (2.4 Mrd. Franken), Frankreich (0.8 Mrd. Franken) und Italien (0.5 Mrd. Franken) insbesondere Gross­bri­tan­ni­en (1.5 Mrd. Franken) von grosser Bedeutung.

Der ICT-Netto­export (Export minus Import) erholte sich gegenüber dem Vorjahr von einem Defizit von 3.5 Mrd. Franken auf neu 2.5 Mrd. Franken. Der deutliche Defizit-Abbau ist auf den Rückgang der Importe zurück­zuführen.

Die ICT-Aussenhandelsstudie wurde vom Institut für Wirtschaftsstudien Basel (IWSB) im Auftrag von ICTswitzerland durchgeführt. Die vollständige Studie kann hier!! heruntergeladen werden.

ICT-Exporte nach Dienstleistungsgruppen (Grafik: ICTswitzerland)
ICT-Exporte nach Dienstleistungsgruppen (Grafik: ICTswitzerland)