Ab diesem Jahr gilt für diejenigen, die eine Lehre zur:m ICT-Fachfrau:mann EFZ beginnen, eine neue Bildungsverordnung und ein neuer Bildungsplan. Der zuständige Verband ICT-Berufsbildung Schweiz hat die 2018 neu eingeführte berufliche Grundbildung revidiert, um sie an den aktuellen und künftigen Bedürfnissen von Wirtschaft und Verwaltung auszurichten.
Der rasche digitale Wandel mache eine regelmässige Aktualisierung und Qualitätssicherung der Ausbildungen im Berufsfeld der Informations- und Kommunikationstechnologien (ICT) unentbehrlich, betont der Verband. Die dreijährige berufliche Grundbildung ICT-Fachfrau / ICT-Fachmann EFZ habe man nun erstmals der obligatorischen 5-Jahres-Überprüfung unterzogen. Neben einer breit abgestützten Revisionsgruppe mit Expert:innen aus dem Bildungsbereich, der Wirtschaft und der Verwaltung wirkten im neu etablierten "Sounding Board Young Generation" auch junge Lehrabgänger/innen an der Überarbeitung mit, indem sie ihre Praxiserfahrungen und Sicht auf geplante Änderungen einbrachten.
Die beruflichen Grundbildungen der ICT sind modular und handlungskompetenzorientiert aufgebaut. Dank dieses Systems sollen Lehrabgänger/innen in der Lage sein, sich in einem wandelnden Berufsfeld mitzubewegen. Ausserdem könnten neue Technologien und Methoden unmittelbar integriert werden, heisst es seitens der ICT-Berufsbildung. Nun wurden demnach die definierten Handlungskompetenzen zum Beruf ICT-Fachfrau/-mann sowie die zugehörigen Module geschärft und wo notwendig angepasst. Neu sind den Angaben zufolge Kompetenzen zur Umsetzung von Sicherheitsstandards, zur Sensibilisierung der Benutzer/innen zum Datenschutz sowie zur systematischen Automatisierung von ICT-Prozessen verankert. Englisch wird neu in Sprachmodulen vermittelt, wobei Sprache und Fachinhalt im Kontext der Handlungskompetenz kombiniert werden. Der Umfang der vorgegebenen praktischen Arbeit (VPA) ist auf 6 Stunden reduziert und mit einem Fachgespräch ergänzt worden. Ab März 2026 finden regionale Implementierungsveranstaltungen durch die Amtsstellen (Kanton), mit detaillierten Informationen zu den Neuerungen für Lehrbetriebe, statt.
Dass die Berufslehren attraktiv und zukunftsgerichtet sind, sei relevant für den Wirtschaftsstandort Schweiz, so die ICTT-Berufsbildung. Wie neuste Zahlen zeigen, müssten bis 2033 über 54'000 zusätzliche ICT-Fachkräfte ausgebildet werden, um den zunehmenden Bedarf zu decken (BSS 2025). Die Berufsbildung nehme dabei eine Schlüsselrolle ein, denn sie stelle 81 Prozent der ICT-Fachkräfte.
Zur Info:
Das eidgenössische Fähigkeitszeugnis EFZ wird nach einer erfolgreichen beruflichen Grundbildung (Lehre, Berufslehre) erlangt. Die zur Berufsausbildung erforderlichen Kenntnisse und Kompetenzen werden in der 3-4-jährigen Ausbildung durch Theorie und Praxis vermittelt.
